Roboter arbeitet auch in der Nacht

Bevenser Unternehmen Schiemann Maschinenbau investiert in die Zukunft

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17 Tonnen wiegt die neue CNC-Fräse, die am Haken eines Autokrans zum Tor einer Werkhalle schwebt.

Bad Bevensen – Kraneinsatz im Bevenser Gewerbegebiet: Männer legen schwere Taue an, und dann schwebt die 17 Tonnen schwere Maschine am Haken eines großen Autokrans vom Aufleger des Lkw.

Mit einem Gabelstapler wird die Neuanschaffung Millimeter für Millimeter in die Halle geschoben. Einen halben Meter dick ist das vorbereitete Fundament. Mit der eine halbe Million Euro teuren CNC-Fräsmaschine eines japanischen Herstellers startet der Bevenser Maschinenbaubetrieb Schiemann in die Zukunft.

Das Unternehmen stellt Teile für Werkzeugmaschinen her. Nebenan kann man an einer laufenden Maschine sehen, wie hinter der Glasscheibe ein Bohrer nach dem vorgegebenen Programm Gewinde in ein Werkstück dreht. Kühl- und Schmierwasser sprudelt über den Stahlblock und verhindert, dass das Gerät überhitzt. Der Bohrer arbeitet allein, aber die Fräse muss trotzdem von einem Mitarbeiter bedient werden. Die neue Maschine wird zukünftig von einem ebenfalls bestellten Roboter bedient.

„Mitarbeiter werden krank und haben Urlaub. Die Maschine arbeitet auch über Nacht und am Wochenende“, sagt Unternehmer Uwe Schiemann, der bereits seit 41 Jahren im Geschäft ist. Das ist für ihn ein gewaltiger Fortschritt, denn die Aufträge, die er erhält, müssen häufig innerhalb von wenigen Wochen erledigt werden. Solche Auftragsspitzen kann der Roboter gut auffangen.

Für die 30 Arbeitsplätze in seinem Betrieb sieht Schiemann keine Gefahr. Im Gegenteil, er hat noch Stellen frei. „Die Maschinen machen nur, was man programmiert. Wir suchen dringend Programmierer und CNC-Fräser, die neue Herausforderungen suchen, erzählt der 76-jährige Bevenser, der schon für VW, Rheinmetall und die Raumfahrt Teile hergestellt hat. Dabei muss er häufig Toleranzen im Bereich zwischen einem Hundertstel und einem Tausendstel Millimeter einhalten. In der eigenen Qualitätskontrolle misst ein Gerät die Abweichungen.

Insgesamt investiert Schiemann in einem Zeitraum von vier Jahren 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung seines Betriebs. So hat er LED-Beleuchtung installieren lassen, so dass nun die gesamte eine Halle gut ausgeleuchtet ist. Er hat Abluftanlagen und eine moderne Deckenheizung einbauen lassen. Beide Maßnahmen kommen den Mitarbeitern wie den Maschinen zugute, denn schon Staub in der Raumluft kann die Genauigkeit der Ergebnisse beeinträchtigen. Zudem wurden neue Parkplätze geschaffen. Die N-Bank hat die Investition mit 25 Prozent der Kosten bezuschusst. Roboter und Fräse sollen die Produktivität um fünf bis zehn Prozent steigern.

VON GERHARD STERNITZKE

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