Susanne Lühr-Peschke ist die erste Frau im Bürgermeister-Amt der Kurstadt / Martin Feller gewürdigt

Ein „Bevenser Kind“

Erstmals in der Geschichte der Stadt trägt eine Frau die Bürgermeisterkette: Susanne Lühr-Peschke übernahm am Donnerstagabend das Amt von Martin Feller. Foto: Bräutigam
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Erstmals in der Geschichte der Stadt trägt eine Frau die Bürgermeisterkette: Susanne Lühr-Peschke übernahm am Donnerstagabend das Amt von Martin Feller.

Bad Bevensen. „Das ist ein historischer Moment“, stellte Susanne Lühr-Peschke ergriffen fest. Denn die CDU-Frau wurde am Donnerstagabend zu Bad Bevensens neuer Bürgermeisterin gewählt – und damit ist erstmals in der Geschichte eine Frau das Oberhaupt der Stadt.

Ihre Mitbewerberin von der WBB, Gabriele Meyer, erhielt in der geheimen Wahl sieben Stimmen der Ratsmitglieder, für Lühr-Peschke stimmten 13 Abgeordnete. Drei Stimmen waren ungültig. Der eigentlich im Vorfeld als dritter Bewerber angekündigte Hans-Peter Hellmanzik (SPD) stellte sich dann doch nicht zur Wahl.

Sie habe schon länger auf diesen Moment hingearbeitet, sagte die 64-Jährige, zu deren gleichberechtigten Stellvertretern einstimmig Andreas Bersiel und Hans-Peter Hellmanzik (beide SPD) gewählt wurden. BfB und FDP hatten sich dabei ihrer Stimmen enthalten. Die frisch gebackene Bürgermeisterin versprach, ihre ganze Kraft zum Wohle der Stadt einzusetzen, in der sie geboren sei und gern lebe. „Als Bevenser Kind kenne ich die Entwicklung der Stadt“, so Lühr-Peschke.

Sie appellierte an die Ratsleute, ihr Tun „am Wohle der Stadt auszurichten“ und „mit Augenmaß“ gemeinsam nach bestmöglichen Lösungen für Probleme zu suchen. Steuererhöhungen dürfe es keine mehr geben, Schulden müssten dennoch weiter abgebaut werden. Also gehe es darum, so Lühr-Peschke, Projekte nach Dringlichkeit zu sortieren.

Eine Tradition, die ihr Vorgänger Martin Feller eingeführt hatte, wolle sie übernehmen, kündigte die neue Bürgermeisterin an: die wöchentliche Bürgersprechstunde im Rathaus. „Die wird es weiter geben.“

Abschied nehmen hieß es derweil für Martin Feller selbst. Als erster grüner Bürgermeister in Bad Bevensen habe er an vielen Projekten mitgearbeitet, würdigte Susanne Lühr-Peschke in einer kleinen Laudatio. Seit 1996 war Feller Ratsherr, der jetzt mit dem Ausschluss der Grünen von der Stadtratswahl auch sein Mandat als Ratsherr verloren hat. Die Einweihung der neuen Sauna in der Therme, der Bau des Kurhauses, die Debatte über die Solarbahn, das Thema Inklusion und sein Einsatz für mehr Transparenz zählte die Bürgermeisterin nur exemplarisch auf. „Die Liste ist so lang...“

Feller selbst bedankte sich bei Rat, Verwaltung und den an diesem Abend zahlreich erschienenen Bürgern für seine Zeit als Bürgermeister. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, fasste er zusammen. Seine „nicht beabsichtigte Unterbrechung“ in der Stadtpolitik sei von vielen mit Bedauern und netten Worten („Das eine oder andere Duschgel war auch dabei...“) begleitet worden. Martin Feller will aber weiter aus der zweiten Reihe seine Impulse in der Bad Bevenser Kommunalpolitik setzen – eine beratende Zusammenarbeit mit dem einstigen Koalitionspartner der Grünen, der WBB, ist längst beschlossene Sache. Und zum Abschied und im Hinblick auf das Klageverfahren gegen den Wahlausschluss der Grünen zitierte der scheidene Bürgermeister Vaclav Havel: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

Von Ines Bräutigam

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