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Familienausschuss beklagt lange Umsetzungszeit für Bevenser Multisportanlage

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So könnte die Multisportanlage in Bad Bevensen aussehen.
Dauerbrenner Multisportanlage für Bad Bevensen: Ein Jahr wurde über das Grundstück verhandelt. Dann verlangte die Baufirma doppelt so viel wie veranschlagt. Zusätzlich zu den Kosten drohen Einschränkungen beim Zugang. © Symbolfoto: dpa

Ein Spielfeld, zwei Tore und hohe Zäune, damit der Ball nicht wegfliegt, fernab von Anwohnern, die sich belästigt fühlen könnten – so sehen die Pläne für eine Multisportanlage in Bad Bevensen aus (AZ berichtete). Das neue Angebot war ein Wunsch des Jugendparlaments. 2018 hat der Stadtrat beschlossen, ihn zu erfüllen. Passiert ist bislang nichts. Kritik daran wurde jetzt im Ausschuss für Familie, Jugend und Soziales laut.

Bad Bevensen – „Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Multifunktionsanlage auch im Jahr vier nicht da ist“, moniert Jugendzentrumsleiter Niels Tümmler. „Das kann man den Jugendlichen nicht vermitteln.“ Das Projekt sei wohl nicht mit der nötigen Motivation betrieben worden, vermutet Robin Grasse (SPD), ehemaliger Vorsitzender des Jugendparlaments.

Anlass der Debatte ist der Vorschlag der Grünen, dass sich die Kurstadt als kinderfreundliche Kommune bewerben soll. Ein Verein würde die Einhaltung der Unicef-Standards zum Kinder- und Jugendschutz überprüfen. „Davon erhoffen wir uns mehr Sicherheit, dass von der Stadt gegebene Versprechen eingehalten werden“, meint Robin Grasse.

Die Idee der Multisportanlage geht noch auf das Vorgänger-Parlament zurück. Die Jugendversammlung, die Grasse leitete, hat sich einen Unterstand als Treffpunkt gewünscht. Auch der ist noch nicht umgesetzt, erinnert Sönke Strampe (CDU). Neue Aufgaben solle die Stadt sich deshalb nicht aufladen.

„Wir sind froh, dass wir das Jugendparlament haben“, betont auch Eckhard Warnecke (CDU). „Dass Problem ist, dass wir Begehrlichkeiten wecken, die wir nicht nicht erfüllen können. Es ist nichts schlimmer, als die Jugend zu enttäuschen.“ Bei drei Gegenstimmen empfiehlt der Ausschuss die Bewerbung als kinderfreundliche Kommune.

Kosten haben sich mehr als verdoppelt

Die Multifunktionssportanlage bleibt dagegen eine Dauerbaustelle. Ein Jahr habe es allein gedauert, mit dem Landkreis über das Grundstück einig zu werden. „Die Baugenehmigung ist schon lange da“, erklärt Bauamtsleiter Roland Klewwe. Sie wäre auch schon eröffnet, wenn die einzige Baufirma, die sich auf die Ausschreibung beworben hat, nicht doppelt so viel gefordert hätte wie die angesetzten 60 000 Euro. Steht der Stadtrat noch hinter dem Projekt, muss er jetzt mit Kosten von 130 000 Euro planen.

Auch dann ist die Realisierung noch nicht sicher. Zum einen sollen an der Kooperativen Gesamtschule Container aufgestellt werden, zum anderen wird nach Einweihung der neuen Sporthalle die alte Halle abgerissen, macht Klewwe deutlich. „Damit ist klar, dass der Zugang stark eingeschränkt sein kann.“

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