Krönung für Handwerksleistung

Bevenser Hermann Bade erhält für Turmaufsatz einen Sanierungspreis

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Die Turmspitze wird auf die kupfernen Ampeln gesetzt. Hergestellt sind sie in Bad Bevensen. 

Bad Bevensen/Hamburg – Ein Stück des alten Hamburger Stadtbilds ist wiedererstanden. Das „Stadthaus“ an der Ecke Neuer Wall/Stadtbrücke strahlt in neuem Glanz.

Hermann Bade, Dachdecker und Klempner

Für Hermann Bade hat der Bau mit dem prächtigen Eckturm eine besondere Bedeutung: Das Dach und die hohe Kuppel mit den zwei Ampeln im funkelndem Kupfer hat seine Firma in den Jahren 2016 und 2017 gebaut (AZ berichtete). Und dafür hat der Bevenser Dachdecker- und Klempnermeister wegen der Komplexität des Projekts und der hervorragenden Umsetzung jetzt einen Sanierungspreis bekommen.

„Das ist eine totale, super Anerkennung für die Mitarbeiter, die mitgewirkt haben, dass ihre Arbeit Anerkennung findet“, freut sich Bade. „Und es ist eine tolle Möglichkeit, nach draußen zu tragen, was im Handwerk möglich ist.“ So hofft der 53-Jährige, junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk begeistern zu können.

Der Auftrag des Investors, der den „Stadthöfe“-Komplex entkernte und ein Hotel, Gastronomie, Büros und Wohnungen baute, war eine echte Herausforderung. Drei Monate Zeit hatten die Handwerker von Bade-Dächer, um den bis zur Wetterfahne 13 Meter hohen Turmaufbau, von dem lediglich historische Fotos vorlagen, zu rekonstruieren..

Dabei kam in der Werkstatt in Bad Bevensen moderne Technik zum Einsatz. Mit einem Computerprogramm wurden die komplizierten Formen in zweidimensionale Streifen zerlegt, die von den Mitarbeitern in Form gebracht wurden.

Umso größer die Befriedigung, als die in drei Teilen gelieferte Turmbekrönung mit einem Kran aufgesetzt wurde. „Das ist ein Projekt, das unheimlich viel Spaß gemacht hat“, berichtet Bade. „Das Gebäude hat einen prägenden Charakter. Es ist ein Hingucker.“ Ringsum gibt es nur noch Glaspaläste.

Die Rekonstruktion der aufwendigen Kuppel war laut Bade eine Auflage der Denkmalschutzbehörde an den Investor, denn der Komplex hat eine lange, bedeutende und wechselvolle Geschichte.

VON GERHARD STERNITZKE

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