Veterinäramt reagiert

Shariks grausiges Ende: Hundeattacke auf Bevenser Havanesen-Rüden

Sharik auf der heimischen Terrasse.
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Havanesen-Rüde Sharik wird Opfer von zwei großen Hunden, die ihn beim Gassigang am 6. Januar auf dem Bevenser Britzenberg attackieren.

Am Abend des 6. Januar geht Sharik zum letzten Mal Gassi. Die übliche Runde in der vertrauten Siedlung auf dem Britzenberg im Westen von Bad Bevensen. Ein bisschen Bewegung und Duftmarken nachspüren. Doch plötzlich bricht die Wildnis in das kleine Hundeleben ein: Ein großer Hund stürzt sich auf den putzigen Havanesen-Rüden.

Bad Bevensen – Schnell ist ein zweiter da. Sie sind nicht zum Spielen da.

Am nächsten Tag kommt der Anruf aus der Tierklinik Oerzen, dass das schwer verletzte Hündchen nicht überlebt hat. Monika Stochay hat Tränen in der Stimme, als sie vom Ende ihres Lieblings erzählt. „Das ist unser Süßer. Er war überall beliebt“, sagt die 76-jährige Bevenserin. Vor zehn Jahren haben sie und ihr Mann Bernd Stochay (78) den kleinen Rüden aus dem Tierheim geholt. Der Verlust des Hundes mit dem niedlichen Gesicht schmerzt das Rentner-Ehepaar schwer.

Das ist unser Süßer. Er war überall beliebt.

Monika Stochay, Hundehalterin

„Er hatte Verletzungen im Brustkorb, die mit Bissverletzungen in Einklang zu bringen sind“, stellt Tierarzt Yannik Gittermann vom Tierärztlichen Gesundheitszentrum Oerzen mit. Aufgrund seiner Vorerkrankungen sei der Rüde bereits vorher geschwächt gewesen. „Er hat es leider nicht geschafft“, fügt der Tierarzt bedauernd hinzu.

„Wir sind alle hier empört“, sagt Monika Stochay. Schon in der Vergangenheit hätten Besitzer kleiner Hunde infolge eines früheren Vorfalls einen Bogen um das Grundstück gemacht, auf dem die beiden großen Hunde leben. „Jeder hat jetzt Angst.“ Die Besitzerin habe nach der Attacke „Entschuldigung“ gesagt und sich umgedreht.

Veterinäramt berichtet von einem früheren Beißvorfall

Für das Veterinäramt des Landkreises Uelzen ist die Hundehalterin keine Unbekannte. „Dem Landkreis ist ein Beißzwischenfall aus dem Jahr 2019 bekannt, an dem ein Hund der betreffenden Tierhalterin beteiligt war“, teilt Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage mit. „Nach Prüfung des Falls wurde ein Erlaubnisverfahren zum Halten eines nach dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden als gefährlich eingestuften Hundes durchgeführt und die Haltung daraufhin mit entsprechenden Auflagen belegt.“

Derzeit prüft das Veterinäramt des Landkreies den noch genauen Sachverhalt der tödlichen Beißattacke auf Sharik. „Kurzfristige Maßnahmen zur akuten Gefahrenabwehr sind eingeleitet“, berichtet Theine.

Polizeibeamte statten Halterin der großen Hunde einen Besuch ab

„Juristisch ist ein Hund als Sache zu werten“, erklärt Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage. Deshalb sei ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet worden. „Es liegt ein Verstoß gegen das Hundegesetz vor. Es ist eine Ordnungswidrigkeit, weil ein entsprechend eingestufter Hund nicht an der Leine geführt wurde“, führt der Polizeisprecher aus.

Durchgeführt wird das Verfahren vom Veterinäramt, so Richter. „Wir haben parallel eine Gefährderansprache durchgeführt und die Hundehalterin auf die Rahmenbedingungen hingewiesen.“

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