Workshop im Möbelhaus

Bad Bevenser Händler im Gespräch: Chancen in Zeiten des Onlinehandels

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In einem Bevenser Möbelhaus treffen sich Einzelhändler aus der Kurstadt. Bei dem Workshop geht es darum, wie die Gewerbetreibenden im Zeitalter des Internethandels Kunden ansprechen können.

Bad Bevensen – Wie geht es weiter für die Einzelhändler in den Innenstädten? Die Geschäftsleute klagen über die Billig- und Bequem-Konkurrenz aus dem Internet. Bei einem Workshop in Bad Bevensen ging es darum, wie die Läden erfolgreich ihre Stärken ausspielen können.

Der Treffpunkt ist im Möbelhaus. Elf Teilnehmer des Workshops finden sich zwischen Sitzgarnituren, Küchen und Betten ein.

Gepflegte Musik säuselt aus den Lautsprechern. „Ich habe mich gleich willkommen gefühlt“, sagt Innenarchitektin Susanne Schreiber-Beckmann aus Celle anerkennend. In der Kreativ-Werkstatt der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) gibt sie Einzelhändlern am Mittwochnachmittag Tipps für die Raumgestaltung.

Auf einer frei schwebenden Treppe geht’s ins Obergeschoss. Die Teilnehmer werfen auch einen Blick auf die Toilette, die großflächig mit Schafen bedruckt ist. Ein Blöken ist zu vernehmen, sobald die Tür geöffnet wird. „Das passt zu den Matratzen“, lobt die Innenarchitektin. Zudem sei damit der Bezug zur Region Lüneburger Heide gegeben. Das spricht Bevensen-Besucher auf pfiffige Weise an. Der Tourismus, ein wichtiger Faktor für die Bevenser Geschäfte.

Nach dem Möbelhaus Reck lassen sich die Einzelhändler auch im Modehaus Akzente inspirieren, bevor es zum weiteren Programm ins Kurhaus geht. Dort stellen sich die Teilnehmer ihr eigenes „Moodboard“ zusammen, eine Kombination aus Farben, Formen und Materialien, die zu ihrem Geschäft und ihrem Angebot passen.

Susanne Schreiber-Beckmann hat sich natürlich schon vorher – „undercover“, wie sie scherzt – in Bevenser Geschäften umgeschaut. „Ich war positiv überrascht, was ich vorgefunden habe“, erzählt sie. „Was ich vorgefunden habe, ist eine unheimliche Fachkompetenz, auch wenn das Ambiente noch nicht so modern ist.“ Auch eine große Produktvielfalt hat sie in den Bevenser Geschäften festgestellt.

Was wohl alle Einzelhändler umtreibt, ist die wachsende Konkurrenz aus dem Internet. In diesem ungleichen Wettbewerb hat der Einzelhändler mit seiner Qualität und Beratungskompetenz dennoch eine Chance, glaubt Susanne Schreiber-Beckmann. „Wir wollen ein Gefühl beim Kunden schaffen. Das Produkt zu verkaufen liegt an zweiter Stelle“, rät die Expertin. Dazu gibt sie ein Beispiel: „Ein Schuhladen verkauft erste Schritte, den Abiball, die Silberhochzeit oder Genesung.“

VON GERHARD STERNITZKE

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