Planer rechnet jetzt mit 1,46 Millionen Euro

Bevenser Feuerwehrhaus-Anbau: Kosten explodieren

Um zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können, wie der gestiegenen Gefahr von Waldbränden durch den Klimawandel, wird am Feuerwehrstandort Bad Bevensen investiert.
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Um zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können, wie der gestiegenen Gefahr von Waldbränden durch den Klimawandel, wird am Feuerwehrstandort Bad Bevensen investiert.

Bad Bevensen – Der Platz im Feuerwehrhaus in Bad Bevensen ist knapp. Mit einem neuen Umkleidetrakt und zwei neuen Stellplätzen für Fahrzeuge soll Abhilfe geschaffen werden – es ist eine Erweiterung des Gebäudes geplant.

Die Kosten hierfür werden deutlich höher ausfallen, als noch Ende vergangenen Jahres angenommen.

Anstatt der geschätzten 842 000 Euro werden jetzt Kosten in Höhe von 1,46 Millionen Euro erwartet. Das war jetzt Thema der gemeinsam tagenden Ausschüsse für Feuerwehrwesen und Bauen. Auch die geplante Kleiderkammer für die Feuerwehren wird teurer. Dort geht die Kalkulation jetzt von 959 000 Euro anstatt 850 000 Euro aus.

Die Entwicklung sorgte bei den Ausschussmitgliedern für kritische Nachfragen. Es wurde aber auch einstimmig empfohlen, die Bauprojekte auszuschreiben. Das letzte Wort hat heute der Samtgemeindeausschuss.

Der Grund für die Kostensteigerung beim Anbau ist laut Planer Matthias Meinheit der erhöhte Raumbedarf von ursprünglich angenommenen 480 Quadratmetern auf 606. Dieser ist nötig, um die gesetzlichen Vorgaben der Gemeinde-Unfallversicherung und des Arbeitsschutzes für die Umkleidetrakte zu erfüllen. Ansonsten werde es auch keine Baugenehmigung für den Erweiterungsbau geben. Außerdem müssen aufwendige Belüftungsanlagen in Kleiderkammer und Umkleidetrakt eingebaut werden.

„Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Bau plötzlich 600 000 Euro teurer wird, als ursprünglich angenommen“, erklärte Stephan Kaufmann (BfB). Diese Steigerung sei ihm zu viel. Die gesetzlichen Vorgaben müssten doch bekannt gewesen sein.

So sah es auch Hermann Kalinowski (SPD): „Wusste man nicht vorher über die gesetzlichen Vorgaben Bescheid?“ Wenn er als Bürgermeister Barums bei seinen Ratsmitgliedern mit einer solchen Kostensteigerung vorstellig würde, jage man ihn vom Hof. Jetzt gelte es, Einsparpotenziale zu finden. Denn es sei eben auch klar, dass Anbau und Bau der Kleiderkammer notwendig sind.

Dies verdeutlichte Gemeindebrandmeister Sven Lühr. „Die Anforderungen an die Feuerwehren steigen stetig. Uns ist auch unwohl bei den Kostensteigerungen, aber wir stellen uns damit auch zukunftssicher auf“, erklärte er. Der Platz werde gebraucht, um den Herausforderungen an die Wehr gerecht werden zu können, die auch durch den Klimawandel immer mehr zunehmen.

„Die Frage, ob es günstiger geht, ist die richtige“, meinte Eckhard Warnecke (CDU). Denn zu Zeiten von Corona, wo die Mitgliedsgemeinden nach Geld lechzen, müsse auch die Samtgemeinde die Kosten in Blick haben.

„Es war ein Fehler, der auch so benannt werden muss“, räumte Samtgemeindebürgermeister Martin Feller zu den Kostensteigerungen ein. Um in Zukunft solche Überraschungen zu vermeiden, sollen mögliche gesetzliche Vorgaben, die auch bei Erweiterungen von Bestandsgebäuden erfüllt werden müssen, in der ersten Kalkulation berücksichtigt werden. „Das soll von den Planern bei allen Projekten bereits bei der ersten Berechnung gemacht werden“, sagt Feller auf Nachfrage der AZ. Vom Bauamt selbst sei dies nicht zu leisten.

Neben dem neuen Umkleide- und Sanitärtrakt und den Abstellmöglichkeiten für zwei weitere Fahrzeuge sollen auch neue Räume für die Jugendfeuerwehr im Obergeschoss des Gebäudes realisiert werden. VON LARS LOHMANN

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