Verein will im Frühjahr 2021 starten / Bürokratische Hürden

Bevenser Bürgerbus rollt elektrisch

Bereits gestartet ist der Suderburger Bürgerbus. In Bad Bevensen soll ebenfalls ein achtsitziges Fahrzeug unterwegs sein, dass aber elektrisch fährt.
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Bereits gestartet ist der Suderburger Bürgerbus. In Bad Bevensen soll ebenfalls ein achtsitziges Fahrzeug unterwegs sein, dass aber elektrisch fährt. 

Bad Bevensen – Volksbank, Klein Hesebecker Straße 2, Sauerbruchstraße, Paracelsusstraße, Gollerner Weg, Lyraweg, Herz-Klinik – so lauten zukünftige Haltestellen des Bevenser Bürgerbusses.

Auch eine Route West, ebenfalls von der Volksbank an der Fußgängerzone bis zum Britzenberg ist geplant. Im Frühjahr soll die ehrenamtlich betriebene Linie mit der Nummer 7048 starten. Unter der Haube wird dann ein Elektromotor arbeiten.

Die Entscheidung für den verbrennungsfreien Antrieb ist einstimmig gefallen. „Wir haben noch über kein Thema so lange diskutiert“, erzählt Ingo Greve, der im Bürgerbus-Verein als Fahrdienstleiter fungiert. „Im Innenstadtbereich und vom Anzug her sind Elektrofahrzeuge besser als Benziner. Die Betriebskosten sind geringer“, listet der 78-Jährige auf, der bereits in Willich am Niederrhein am Aufbau eines Bürgerbussystems beteiligt war.

Dass Stromer auch erfolgreich als Bürgerbusse eingesetzt werden können, belegt nach seiner Aussage auch eine in Stuttgart durchgeführte Studie unter Alltagsbedingungen. „Wir sind in Niedersachsen ein Entwicklungsland“, meint Greve. Immerhin erwartet der Verein eine Förderung des Landes zur Anschaffung des abgasfreien Niederflurbusses, der 160 000 bis 170 000 Euro kosten wird. Der Verein hat auch schon ein konkretes Fahrzeug im Blick. Sechs bis sieben Monate beträgt die Lieferzeit für die Spezialanfertigung.

Eigentlich wollte der Bürgerbusverein schon in diesem Jahr loslegen. „Es ist aber leider so bürokratisch, dass auch ein Bürgerbus europaweit ausgeschrieben werden muss“, erklärt Greve. Obwohl sich wohl kaum ein Unternehmen finden wird, das die Linie günstiger betreiben könnte als der Bürgerbus-Verein mit seinen ehrenamtlichen Fahrern. Dass Bevensen einen Bürgerbus braucht, steht für Greve außer Frage: „Bad Bevensen ist eine Kurstadt. Hier leben viele Menschen, die außerhalb wohnen.“

Mit acht Plätzen plus Fahrer soll der Kleinbus unterwegs sein, wobei ein Rollstuhlfahrer mitgenommen werden kann. Bei jeweils acht Touren auf den Routen Ost und West – am Sonnabend sind es jeweils vier – wird er etwa 100 Kilometer am Tag zurücklegen. Medingen wird vorerst nicht angefahren, könnte aber zu einem späteren Zeitpunkt – genug Fahrer vorausgesetzt – in den Fahrplan aufgenommen werden.

Derzeit hat der Verein 20 Fahrer, gebraucht werden jedoch 30. Greve rührt weiter die Werbetrommel: „Die Voraussetzung für den Einsatz des Bürgerbusses ist die Bereitschaft der Bürger, als Bürgerbus-Fahrer das Projekt Bürgerbus ehrenamtlich zu unterstützen.“ Ein Pkw-Führerschein ist ausreichend, und auch vor dem Fahrzeug versucht der Fahrdienstleiter, Freiwilligen die Angst zu nehmen: „Da hat man mehr Übersicht als in einem normalen Auto“, erzählt er. Und eine Rückfahrkamera gibt es auch.

• Jeden letzten Dienstag im Monat, so auch heute, um 18 Uhr findet der Fahrerstammtisch im Bevenser Schützenhaus statt. Anmeldung für ehrenamtliche Fahrer im Internet: www. buergerbus-badbevensen.de. VON GERHARD STERNITZKE

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