Gründungsversammlung am 21. Juni

Bevenser Bürgerbus braucht Fahrer

+
Eine Haltestelle an der Ecke Lüneburger Straße/Rathausstraße, mitten in der Bevenser Fußgängerzone, ist Pflicht. Ingo Greve, Oskar Zoller und Uwe Zesche (von links) engagieren sich im Arbeitskreis Bürgerbus.

Bad Bevensen – Bus fahren ist gar nicht so schwer. Der Verein Bürgerbus Bad Bevensen, der am 21. Juni gegründet wird, sucht Freiwillige, die sich ans Lenkrad setzen, um ihre Mitbürger zum Arzt oder zum Einkauf in die Stadt zu bringen.

Die erste Haltestelle steht schon fest. Wenn die Stadt zustimmt, dann soll der Bevenser Bürgerbus auf jeden Fall an der Ecke Lüneburger/Rathausstraße halten. Die Fahrgäste, gerade die Gehbehinderten unter ihnen, sind dann gleich mitten in der Fußgängerzone. Das Projekt Bürgerbus, bislang von einem Arbeitskreis betrieben, wird nun konkret. Am 21. Juni soll ein Trägerverein gegründet werden. Und wenn alles klappt, dann startet der Bürgerbus im nächsten Jahr, um Menschen vom Stadtrand ins Zentrum zu bringen.

Ingo Greve weiß, wie es geht. Der Neu-Bevenser war selbst ehrenamtlicher Fahrer bei einem Bürgerbus am Niederrhein. Er ist designierter Fahrdienstleiter. „Jetzt geht es in die Detailplanung“, sagt der 77-jährige Rentner. Vor allem die äußeren Stadtteile sollen wochentags angebunden werden. Das ist auch Ergebnis einer Bürgerbefragung (AZ berichtete). „Das Ziel ist, dass ältere Menschen möglichst überall hinkommen – zum Arztbesuch, zur Therme, zum Einkauf“, betont er.

Der limitierende Faktor ist der Bus. Nach der Entscheidung, einen öffentlichen Nahverkehr mit festen Linien zu organisieren, kann der zu gründende Verein auf eine Landesförderung von 75 Prozent der Anschaffungskosten erwarten. Allerdings kostet ein rollstuhlgerechter Niederflurbus mit acht Sitzen für die Fahrgäste auch stolze 100 000 Euro. Ein zweiter Bus ist zum Start nicht drin.

„Wir fahren entweder eine kleine Strecke öfter oder eine große Strecke seltener. Da müssen wir eine vernünftige Abwägung vornehmen“, meint Uwe Zesche, designierter Schatzmeister des Bürgerbus-Vereins. Auf jeden Fall sollen die Bevenser Bürger in die Streckenplanung einbezogen werden. Auch Vereine, Verbände und die Politik sollen angesprochen werden. Fest steht für den 70-Jährigen: Zur Finanzierung werden auch Sponsoren und zahlende Mitglieder gebraucht.

Noch wichtiger sind aber die Ehrenamtlichen, die den Bus steuern. „Wenn wir etwas erreichen wollen, dann steht und fällt das damit, dass wir Fahrer haben“, mahnt Fahrdienstleiter in spe Greve. Mindestens 20 ehrenamtliche Busfahrer würden gebraucht, besser 25. Bei zwei Schichten pro Tag bedeute das aber nicht mehr als zwei Einsätze im Monat. Und Angst vor dem größeren Fahrzeug sei fehl am Platz.

„Diese Busse sind relativ handlich“, berichtet Greve. „Man sitzt als Fahrer bequem. Diese Fahrzeuge haben Automatik.“ Ein Pkw-Führerschein reicht. Gezeigt wird solch ein Bus beim Stadtfest. Und der Verein würde die Kosten für den Beförderungsschein übernehmen, wie der designierte Vorsitzende Oskar Zoller (69) betont.

• Die Gründungsversammlung findet am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr im Pott & Pann statt. Bereits am Freitag, 14. Juni, 19 Uhr berät der Arbeitskreis am gleichen Ort über die Linien. Kontakt: (0176) 98594492, ozoller@gmx.de.

VON GERHARD STERNITZKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare