Oskar Zoller startet als Umweltbeauftragter durch / Monatliche Sprechstunde

Bevensens Mann für die Natur

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Müll in der Natur stört ihn: Bad Bevensens Umweltbeauftragter Oskar Zoller (69) will mit den Einzelhändlern darüber sprechen, wie in der Kurstadt Verpackungsmüll eingespart werden könnte. 

Bad Bevensen – Umweltschutz fängt im Kleinen an. Oskar Zoller spricht seine Mitmenschen an, wenn sie einen Zigarettenstummel oder eine Verpackung achtlos wegwerfen. Manche sehen ihren Fehler ein, andere reagieren schroff ablehnend. Zoller macht trotzdem weiter.

Der 69-Jährige ist Bevensens Umweltbeauftragter. Bei der Müllsammel-Aktion der Kurstadt am 27. April stellt er sich erstmals der Öffentlichkeit vor.

Ein Nörgler ist Zoller nicht, eher ein naturverbundener Mensch. „So oft wie möglich bin ich draußen in der Natur und freue mich, wenn alles grünt und blüht“, erzählt der Pensionär mit Berliner Wurzeln, der seit 2015 mit seiner Frau in Bad Bevensen lebt und sich hier nach eigenen Worten „sauwohl“ fühlt. Dennoch stört es ihn, wenn etwa im Wald zwischen der Kurstadt und Medingen der Müll an der Straße liegt. Hier will er sich einmischen, ohne als Umweltpolizei aufzutreten.

Die Müllsammel-Aktion ist deshalb ganz nach seinem Geschmack. „Einmal jährlich reicht nicht. Das sollte man mehrmals machen“, findet Zoller. Er will aber auch mit den Einzelhändlern über die Vermeidung von Verpackungsmüll sprechen. „Es gibt Folien, die sich selbst zersetzen, die kompostierfähig sind“, erklärt der Umweltbeauftragte. „Dafür muss man Werbung machen.“ Noch besser wäre es, wenn die Wurst oder der Käste direkt in die mitgebrachte Dose gepackt würden.

Als Hobbytaucher hat Zoller selbst gesehen, wie Plastikteilchen und Folien den Lebensraum Meer zerstören. Dagegen möchte er vor Ort etwas tun. Unter anderem will er Vorträge an Schulen und Kindergärten anbieten oder mit Kindern Insektenhotels bauen. Für die Bürger ist eine monatliche Sprechstunde geplant, in der der früherer Beamte Beschwerden, Wünsche und Anregungen aufnehmen und an Verwaltung und Politik weiterleiten will.

Der Umweltbeauftragte kann sich in den politischen Gremien der Stadt einbringen. Und als umweltbewusster Bürger hat er auch eine Meinung zu aktuellen Themen der Stadt. So wünscht er sich für die Beneckewiese eine naturnahe Gestaltung. „Ich würde das als Biotop mit Blühstreifen für die Bienen anlegen, damit die Kinder sehen, dass die Natur noch da ist, dass man sie hegen und pflegen muss.“

Sehr angetan ist der Pensionär von dem Schülerprotest unter dem Motto „Friday for Future“. „Die Kinder sind unsere Zukunft“, findet Zoller. „Sie sollen es mal besser machen, als wir es gemacht haben.“

• Umweltbeauftragter Oskar Zoller, Kontakt: (01 76) 98 59 44 92, ozoller@gmx.de.

VON GERHARD STERNITZKE

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