Machbarkeitsstudie für Landesgartenschau in Bad Bevensen

Planer rechnen mit 475 000 Gästen und 1,3 Millionen Euro Defizit

Teich im Bevenser Kurpark.
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Der Kurpark soll eine der Attraktionen bei der Bewerbung zur Landesgartenschau 2026 sein. Bekommt Bad Bevensen den Zuschlag, wird er allerdings eingezäunt.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Wird Bad Bevensen 2026 Austragungsort der Landesgartenschau? Im Bauausschuss der Stadt stellte Bauamtsleiter Roland Klewwe am Donnerstag den Entwurf für die Machbarkeitsstudie vor. Dabei ging es nicht nur um Attraktionen entlang der „Lebensader“ Ilmenau, sondern auch um harte Fakten, also um Investitionen und Besucherzahlen.

Bad Bevensen – Am Ende sprachen sich die Kommunalpolitiker einstimmig für das Konzept aus. Entscheiden muss der Stadtrat am 15. September. Die Planer vom Büro A 24, die nicht anwesend waren, schlagen vor, Projekte an der Medinger Mühle, im Kurpark und auf der benachbarten Beneckewiese sowie auf dem Gelände des früheren Hamburgischen Krankenhauses samt Wegeverbindungen zu realisieren. „Es handelt sich bei so einer Machbarkeitsuntersuchung um eine Untersuchung der Entwicklungsmöglichkeiten, die auf den Flächen denkbar sind“, betont Klewwe. „Das ist noch keine Ausführungsplanung für bauliche Maßnahmen.“

Roland Klewwe, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Wermutstropfen für die Bevenser und ihre Gäste: Für die Dauer der Gartenschau wird der Kurpark im Falle des Zuschlags eingezäunt. Es sind aber intelligente Ticketsysteme im Interesse der Einwohner möglich, betont der Bauamtsleiter. Im Eingangsbereich des Kurparks vom Göhrdeparkplatz aus schlagen die Planer einen Kartenverkauf, ein Restaurant und einen Verleih für Elektroroller vor. Weitere Parkmöglichkeiten könnten für die Dauer der Schau auf Äckern zwischen Eppenser und Sasendorfer Straße sowie an der Klein Bünstorfer Straße entstehen. Ein Bus-Shuttle würde sie mit den Attraktionen verbinden.

Kurpark wird eingezäunt

Die Kosten konnten die Planer nur anhand der Zahlen anderer Landesgartenschauen schätzen. Sie gehen von Gesamtinvestitionen von 14,2 Millionen Euro aus, fünf Millionen Euro gibt es als Zuschuss vom Land. Weitere Fördermittel sind laut Klewwe denkbar. Was am Ende unterm Strich steht, hängt an den Besucherzahlen, die natürlich auch wetterabhängig sind.

Die Planer rechnen mit 475 000 Gästen. In diesem Fall kalkulieren sie mit einem Defizit von 1,3 Millionen Euro. Läuft es schlecht, könnten es auch 2,9 Millionen Euro sein. Im optimalen Fall könnte sich ein kleiner Überschuss ergeben, rechnet Klewwe vor. „Das ist das Risikofeld, in dem man sich bewegt, wenn man eine Landesgartenschau ausrichtet“, betont der Bauamtsleiter.

Das große Risiko, das müssen wir tragen.

Elke Benecke, Grünen-Ratsfrau

„Selbst wenn ein Defizit bleibt, die sekundären und tertiären Folgen für die Stadt bleiben“, meint Hans-Bernd Kaufmann (BfB) und zitiert Karl Popper: „Optimismus ist Pflicht.“ Von einer großen Chance für die Kurstadt spricht auch Elke Benecke (Grüne). „Das große Risiko, das müssen wir tragen.“ Der Ausschuss empfahl das Konzept einstimmig bei einer Enthaltung.

Die Stadt erhofft sich von der Schau einen Schub für den Tourismus und eine allgemeine wirtschaftliche Belebung. Auch die Bürger profitierten von den neuen Attraktionen, betont Bauamtsleiter Klewwe. Allerdings ist ein Teil der geplanten Maßnahmen nur temporär und und wird nach Ende der Großveranstaltung wieder entfernt.

Im Sinne der Stadt wäre es auch, wenn sich am Hamburgischen Krankenhaus ein Investor findet, der dort Kleinsthäuser, sogenannte Tiny Houses, oder ein Baumhaus-Hotel errichtet.

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