Schulplatz per Losentscheid

KGS in Bad Bevensen will neues System zur Aufnahme von Fünftklässlern einführen

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Seit 40 Jahren gibt es die KGS. Sie zählt konstant hohe Anmeldezahlen und dies schafft Platzprobleme. Jetzt kommt ein Losverfahren.

Bad Bevensen. Eltern, die ihre Kinder zur fünften Klasse auf die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen schicken wollen, müssen künftig damit rechnen, eine Absage zu bekommen.

Denn: Die KGS will ab dem kommenden Schuljahr ein Losverfahren für die Aufnahme von Fünftklässlern einführen. Es wird zum Einsatz kommen, wenn zu viele Anmeldungen für die Schule vorliegen, und mit ihm entscheidet sich, ob ein Schüler einen Platz erhält oder nicht.

Eine Besonderheit: Kinder aus dem für die KGS zugeschnittenen Schulbezirk, der die Stadt Bad Bevensen und die Gemeinde Bienenbüttel umfasst, müssen in jedem Fall aufgenommen werden, sie haben einen Anspruch auf einen Unterrichtsplatz.

„Wir können nicht mehr anders“, sagt gestern Schulleiterin Christel Auer zu dem Entschluss des Schulvorstands, das Losverfahren für die fünfte Klasse einzuführen. Seit Längerem quälen die Schule bereits Platzprobleme, weil Eltern immer wieder die KGS für den Unterricht ihrer Kinder aussuchen. Als einzige Kooperative Gesamtschule in der Region kann sie von Eltern aus dem gesamten Landkreis gewählt werden. 1855 Jungen und Mädchen werden zurzeit an der KGS unterrichtet, die Schule verfügt damit pro Jahrgang über mehr als neun Klassen, was auch die beengte Raumsituation erklärt. Die Schule hatte noch versucht, mit einem Antrag für ein neues Schulgebäude mit zusätzlichen Unterrichts- und Informatikräumen die beengte Raumsituation zu entspannen, drang bei der Kreispolitik aber nicht durch. Diese lehnt einen mehrere Millionen Euro schweren Bau ab. Die Kreisverwaltung verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die KGS laut Verordnung zur Schulorganisation ohnehin über maximal neun Klassen pro Jahrgang verfügen dürfe – im Notfall müsse ein Losverfahren zum Einsatz kommen.

Ein Losverfahren soll nun für die Aufnahme von Fünftklässlern eingeführt werden – Schulleiterin Christel Auer geht aber davon aus, dass in höheren Jahrgängen die vorgegebene Marke von neun Klassen trotz allem nicht eingehalten werden kann.

Von Norman Reuter

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