"Nichts hält ewig"

Bevensen steckt halbe Million Euro in Reparatur zweier Brücken

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Die Altstadtbrücke in Bad Bevensen ist ein Sanierungsfall. Die Holzträger sind vom Pilz befallen und verfaulen. Wahrscheinlich zum Spätsommer muss sie gesperrt werden.

Bad Bevensen. Die Zeit drängt. Die Kruschendammbrücke und die Wiesenbrücke über die Ilmenau in Bad Bevensen, beide aus Holz, sind stark von Pilz befallen und müssen saniert werden.

Die Sanierung der beiden Brücken für knapp 550  000 Euro empfahl jetzt der Bauausschuss der Kurstadt. Bis spätestens Ende des Sommers müssten die Arbeiten abgeschlossen sein, erklärte Bauamtsleiter Roland Klewwe, weil mit der Altstadtbrücke dann eine weitere Verbindung endgültig gesperrt werden müsse. Auch hier ist das Holz stark angegriffen und verfault.

„Die Brücke ist sehr stark in ihrer Tragfähigkeit eingeschränkt. Sie ist eigentlich sogar noch stärker zerstört als die anderen beiden Brücken“, informierte Klewwe. Man habe zwar einen Stahlträger zur Entlastung der Holzträger an der Brücke angebracht und mit Fungiziden Pilzbefall bekämpt, aber das habe die unvermeidliche Sanierung nur hinausgezögert. Daher sei es wichtig, die zwei anderen bis in den Spätsommer instand zu setzen. Ansonsten drohe die Gefahr, dass ab Herbst keine der drei Querungen mehr genutzt werden könnten. „Es gibt daher keine Alternative, als die Brücken jetzt anzugehen“, sagte Klewwe. Denn die Altstadtbrücke selbst kann dieses Jahr wohl nicht mehr instand gesetzt werden, weil kein Geld für die Sanierung einer dritten Brücke im Haushalt 2016 eingeplant ist.

„Wir sollten darüber nachdenken, ob wir die Altstadtbrücke wirklich brauchen. Vielleicht wäre es besser sie abzureißen“, schlug Dr. Günther Graf (CDU) vor. An der Brückenstraße befinde sich in unmittelbarer Nähe schon eine Brücke. Man sollte bis zur Instandsetzung der beiden anderen Bauwerke abwarten und dann über die Zukunft der Altstadtbrücke entscheiden.

Die Kruschendamm- und die Wiesenbrücke sollen auf Empfehlung des Bauausschusses zukünftig mit verzinkten Stahlträgern als Unterbau ausgestattet werden. Dies würde die Lebensdauer der Brücken deutlich erhöhen, erklärte Klewwe. „Die Holzträger haben leider noch nicht einmal 20 Jahre gehalten, obwohl sie 30 Jahre hätten halten sollen. Nichts hält ewig“, berichtete der Bauamtsleiter. Bei Stahl erhoffe er sich eine längere Haltbarkeit. Die Bohlen der Brücke sollen entweder wieder aus heimischen Hölzern, zertifiziertem Hartholz aus den Tropen oder einem Kunststoff-Glasfaser-Gemisch bestehen. Für alle drei Varianten solle die Verwaltung Angebote einholen. Die wahrscheinlichste Variante sei vermutlich die mit heimischen Hölzern. Dort rechnet Klewwe mit den geringsten Kosten. Der Kunststoff sei optisch für den Kurpark nicht ideal, zertifiziertes Tropenholz sehr teuer.

Von Lars Lohmann

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