Stadtentwicklungskonzept: BBM setzt auf eine Mischung der Generationen

Bevensen soll jünger werden

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Der typische Bevensen-Besucher ist zwischen 50 und 80 Jahren alt. Die Kurstadt soll zukünftig auch als Wohnort für junge Familien attraktiv werden. 

Bad Bevensen – „Das war es, kurz gefasst. “ Mit diesen Worten beendet Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing (BBM), am Mittwochabend seinen Vortrag.

Die Bürger im großen Saal des Kurhauses haben da einen Parforceritt durch die verschiedensten Aspekte von Leben, Wirtschaft und Tourismus in Bad Bevensen hinter sich. Es geht ja auch um nicht weniger als ein Entwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre. Im Auftrag der Stadt hat die BBM Chancen und Risiken für die Entwicklung der Kurstadt zusammengestellt und Ziele formuliert.

Zusammengefasst sind sie in einer Vision für das Jahr 2030. „Bad Bevensen ist ein nachhaltiger, kreativer und vielseitiger Lebens-, Wirtschafts- und Tourismusstandort für alle Altersgruppen in der Metropolregion Hamburg. Die verschiedenen Generationen profitieren von der Vielfalt des Angebotes im Ort, den hervorragenden Bedingungen in den Bereichen Gesundheit und Natur sowie der guten Anbindung an die wachsenden Städte Hamburg und Lüneburg“, sagt Kreutz. „Da wollen wir hin.“

Unter anderem geht es dabei um die Altersstruktur. Das Image einer Stadt der Alten ist dabei Fluch und Segen zugleich. Vor allem Senioren, die die Kurstadt bei früheren Aufenthalten als Besucher oder Patient in den Kliniken kennengelernt haben, siedeln sich in der Kurstadt an. Sie schätzen die kurzen Wege, die Therme, die Veranstaltungsangebote, die Versorgung mit Ärzten und Kliniken. Bevensen ist eine wachsende Stadt. Die Einwohnerzahl stieg in zehn Jahren um fünf Prozent auf jetzt 9081. Das erhöht die Kaufkraft.

Kreutz setzt aber für die Zukunft auf eine stärkere Mischung der Generationen, sowohl bei Einwohnern als auch bei Besuchern. Letztere werden bereits jünger. Zwischen 50 und 80 liegt das Durchschnittsalter. Bevensen bietet auch viele Arbeitsplätze, sodass 1000 Arbeitnehmer mehr in die Kurstadt pendeln, als sie auf dem Weg zum Arbeitsplatz verlassen.

Um sie sollte sich die Kurstadt mehr bemühen. Bevensen soll sich als „idealer Lebensort für junge Familien“ verstehen. Ihnen biete die Stadt bereits jetzt eine gute Schulversorgung, Kinderbetreuung, überdurchschnittliche Einkaufsmöglichkeiten sowie viel Natur. Kreutz mahnt aber an, die Betreuungszeiten im Sinne junger, berufstätiger Eltern zu erweitern.

Viel zu tun ist auch im Tourismus-Sektor mit rückläufigen Übernachtungszahlen und kürzeren Aufenthaltszeiten. Hier setzt der BBM-Geschäftsführer seine Hoffnungen besonders darauf, dass das Thermenhotel realisiert wird. Da die Zahl der Betten von 2630 (2009) auf 1812 (2018) zurückgegangen ist, hofft er auch auf Reaktivierung von Hotels und Pensionen. Bei manchen privaten Unterkünften sei aber auch ein Sanierungsstau aufzuholen, damit diese für Gäste attraktiv bleiben.

Nun hat die Politik das Wort. Der Stadtrat beschäftigt sich am Donnerstag, 29. August, mit dem Konzept. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Kurhaus.

VON GERHARD STERNITZKE

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