Abriss der ehemaligen Diabetes-Klinik

Bad Bevensen: Noch mehr Schutt an der Klinik

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Abrissmaterial der ehemaligen Schlachterei Stehr wurde vor der Diabetes-Klinik abgekippt.

Bad Bevensen – Zum Jahreswechsel begann der Abriss der ehemaligen Bad Bevenser Diabetes-Klinik. Doch der Schandfleck ist immer noch da. Statt die Schuttberge abzutransportieren, wurde jetzt sogar Abrissmaterial angefahren.

Aufmerksam werden die Behörden, als sich ein wachsamer Bürger meldet.

Laster steuern die Abrissbaustelle an und kippen weiteren Schutt ab, weiß er zu berichten. „Soll dies ein neuer Müllplatz werden?“, fragt der Bürger. Nun ermittelt der Landkreis.

Laut Kreis-Sprecher Martin Theine besichtigten Mitarbeiter das Gelände bereits am 23. Mai. „Dabei wurde festgestellt, dass sich auf der Fläche nach wie vor Abrissabfälle befinden und zudem vermutlich dort Lkw alte Ziegel- und Backsteine abgeschüttet haben beziehungsweise mehrere solcher Ladungen dort gelagert sind“, teilt Theine auf AZ-Nachfrage mit.

Verriegelte Zufahrt: Der Baustopp gilt weiterhin.

Das Ziegel-Material stammt laut Theine vom Gelände der abgerissenen Schlachterei Stehr an der Bevenser Bergstraße. Auch dort kam es zu Unregelmäßigkeiten. Ein ganzes Stück Wand kippte in den Hühnerauslauf und die Remise eines benachbarten Hofs (AZ berichtete). Eigentümer beider Immobilien ist ein Unternehmer aserbaidschanischer Herkunft.

„Nach ersten Ermittlungen sollen die Ziegel gebrochen und anschließend zur Verfüllung der ehemaligen Kellergeschosse auf dem Gelände der Diabetes-Klinik verwendet werden“, teilt Theine weiter mit. Die Begründung überzeugt den Landkreis jedoch nicht. „Die Herkunft und die sich möglicherweise anschließende Verwendung sind unerheblich. Die Lagerung ist dann illegal, wenn sie außerhalb dafür zugelassener Anlagen erfolgt“, erklärt Theine. Der Eigentümer sei bereits angeschrieben worden.

„Sollte sich eine illegale Lagerung von Abfällen bestätigen, wird der Landkreis entsprechende ordnungsrechtliche Maßnahmen einleiten“, kündigt Theine an. Gemeint ist eine Fristsetzung für eine ordnungsgemäße Entsorgung. Weist der Eigentümer diese nicht nach, kann der Kreis ein Zwangsgeld ver-hängen.

Bürgermeister Martin Feller spricht von Müll-Tourismus. Für das Kurviertel seien die Klinik-Ruine und die Schutthaufen eine echte Belastung. „Du kannst nicht neben einem Hotel eine Bauschuttdeponie aufmachen.“

Gestern ist die Zufahrt auf das Gelände der Diabetes-Klinik mit einem Vorhängeschloss verschlossen. Der Abriss-Stopp für das Hauptgebäude ist noch nicht aufgehoben. Dort waren asbesthaltige Baustoffe aufgetaucht. „Diese Arbeiten dürfen nur durch ein für Asbestarbeiten sachkundiges Unternehmen erfolgen“, teilt die stellvertretende Leiterin des Gewerbeaufsichtsamts Lüneburg, Christina von Mirbach, mit. „Bisher liegt uns eine für die Arbeiten mit Asbest erforderliche Anzeige nicht vor.“

VON GERHARD STERNITZKE

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