Nachbarschaft in Aufruhr / Anlieger beklagen Beschädigungen

Bad Bevensen: An Lüneburger Straße werden Eigentumswohnungen gebaut

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Sorgenvoll: Alexandra Buntenbach (Foto) blickt auf die Nachbarbaustelle.

Bad Bevensen. Als der eine Stahlträger die Grenzmauer zum Schuppen durchstößt und ein weiterer im Garten der Nachbarin landet, da ist für Michael Buntenbach Schluss mit lustig.

Der Bevenser ist seit Monatsanfang direkter Anlieger einer Großbaustelle an der Lüneburger Straße. Auf dem Grundstück mit der Hausnummer 33 wird ein Gebäude mit einem Dutzend Eigentumswohnungen gebaut. Buntenbach und seine Nachbarn sind seitdem in heller Aufregung.

Michael Buntenbach zürnt über die weggerissene Rückwand seines Schuppens.

„Das ist kein persönlicher Kleinkrieg“, betonen Michael Buntenbach und seine Frau Alexandra, „sondern es wird hier Recht gebrochen.“ Das Paar bezieht sich auf das Niedersächsische Nachbarschaftsrecht. Und darin heißt es unter anderem, dass der Abriss einer Grenzwand einen Monat vorher beim Nachbarn angekündigt werden muss. Als der Bagger die Rückwand ihres Brennholz-Schuppens niederriss, habe das die Buntenbachs allerdings kalt erwischt. Und überhaupt: Obwohl man die Verantwortlichen wenige Tage zuvor noch gesehen und gesprochen habe, sei kein Sterbenswörtchen über den Baustart nebenan gefallen. Für Buntenbachs ist das nicht die feine Art.

Investor Manfred Preuß stellt auf AZ-Nachfrage klar: „Die Baugenehmigung ist zwei Jahre alt.“ Das Vorhaben sei bekannt, die Projektierung habe er vom Vorbesitzer des Grundstücks übernommen. Und der habe die Nachbarn auch über den Neubau informiert. Er, Preuß, müsse davon ausgehen, dass das so stimme. Weil sich die Buntenbachs dennoch überrumpelt fühlen, hat er sich schriftlich bei ihnen entschuldigt.

Auch die Sache mit der abgerissenen Schuppenmauer – wohlgemerkt: seine Mauer – will Preuß in Ordnung bringen. Doch Buntenbachs haben ihm Hausverbot erteilt. Und ohne deren Grundstück zu betreten, könne er weder die Mauer noch einen von den erzürnten Nachbarn geforderten Bauzaun aufstellen.

Friedrich-Wilhelm Sündermann (Foto) beim Blick auf seine kaputte Mauer.

Friedrich-Wilhelm Sündermann ist ebenfalls Preuß’ Nachbar und blickt ähnlich unzufrieden wie die Buntenbachs drein: Ein großes Baufahrzeug habe beim Rangieren seine Mauer beschädigt. Außerdem weise sein Haus einen Riss auf, sagt er. „Das mit der Mauer wird erledigt“, verspricht Manfred Preuß eine Schadensbehebung. Der Riss allerdings, und das habe er fotografiert, sei schon vor Baubeginn in Sündermanns Haus gewesen. Grundsätzlich sagt Preuß: „Wenn wir etwas kaputt gemacht haben, dann bezahlen wir das auch.“

Das Rangieren der großen Baufahrzeuge in der Innenstadt geht nicht immer gut.

Während Buntenbachs die Sache inzwischen einem Anwalt übergeben haben, führen sie mit Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer noch einen regen Schriftwechsel und fordern ihn zum Einschreiten auf. Die fehlende Absicherung von Straße und Baustelle sowie die Beschädigungen an der Fahrbahn durch die schweren Baufahrzeuge müssten schließlich auch im Interesse der Stadt abgestellt werden. Kammer versichert gegenüber der AZ, man habe das Projekt im Blick. Baurechtlich sei es zulässig, und er appelliert an gegenseitige Rücksichtnahme. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, sagt der Stadtdirektor. Was die Schäden im Straßenpflaster angehe: Die seien registriert und würden auch mit den Verantwortlichen nach Abschluss der Baumaßnahme reguliert.

Von Ines Bräutigam

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