Helfen ist ganz einfach: Ehrenamtliche greifen Senioren unter die Arme

Bad Bevensen: Kirchengemeinde plant „Sorgende Gemeinschaft“

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Ehrenamliche sollen beim Projekt „Sorgende Gemeinschaft“ Senioren unterstützen, indem sie Fahrten übernehmen oder einfach ein offenes Ohr für ein Gespräch haben.

Bad Bevensen. Das Alter kann so schön sein: Frei von beruflichen und familiären Verpflichtungen starten viele Senioren nach dem Renteneintritt noch einmal richtig durch. Aber manchmal ist es ganz anders. Wenn der Einkauf, der Weg zum Arzt schwer werden.

Wenn sich Einsamkeit breit macht. Hier setzt das Projekt „Sorgende Gemeinschaft“ der evangelischen Kirche Deutschlands ein. Nun macht sich auch die Kirchengemeinde Bevensen-Medingen auf den Weg. Beim ersten Netzwerktreffen am Dienstag, 23. Oktober, um 19. 30 Uhr im Gemeindehaus am Kirchplatz in Bad Bevensen wird es konkret.

„Es geht darum, Menschen generationsübergreifend zu vernetzen und Senioren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, erklärt Pastor Johannes Luck. Dabei ist es ganz einfach, ältere Mitmenschen zu unterstützen. Helfen kann man schon, indem man eine Fahrt zum Arzt oder zum Einkaufen übernimmt. Oder im Garten hilft. Oder indem man sich Zeit nimmt für ein Gespräch.

Auch wo Senioren eine Pflegestufe haben, reichen die zeitlich genau berechneten Leistungen des Pflegedienstes nicht aus, weiß Luck aus seiner seelsorgerischen Arbeit. Hier könnten Ehrenamtliche einspringen.

In Veerßen und Rosche ist das Projekt bereits angelaufen. Nun will auch die Kirchengemeinde Bevensen-Medingen die sorgende Gemeinschaft ins Leben rufen und den Einsatz der Freiwilligen koordinieren. „Im Prinzip kann das dann von allein laufen“, ist Pastor Luck überzeugt. Möglicherweise organisiert sich die sorgende Gemeinschaft für Bevensen und Medingen irgendwann auch in Form eines Vereins.

Beim Netzwerktreffen am nächsten Dienstag sind nicht nur Vertreter von Vereinen und Verbänden, die teilweise professionell mit alten Menschen zu tun haben, eingeladen, sondern alle Interessierten, die Ideen haben, wie das Zusammenleben vor Ort besser gestaltet werden kann, betont Luck: „Wir hoffen, dass noch mehr Interessierte dazukommen.“

Begleitend zum Projekt wird ab 7. November im Bevenser Rathaus die Ausstellung „Alter(n) hat viele Gesichter“ gezeigt. Auch eine Diskussionsveranstaltung ist geplant. Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller steht hinter dem Projekt. „Das ist ein Thema, das unter den Nägeln brennt“, sagt er. Und es gebe genug Menschen, die im Ruhestand in die Kurstadt ziehen, die fit sind und willens, sich ehrenamtlich an ihrem neuen Wohnort zu engagieren. „Dieses Potenzial könnten wir nutzen“, sagt Feller. „Man wird nicht alle Wünsche abdecken können, aber man wird etwas helfen können.“

Von Gerhard Sternitzke

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