Kultur ohne Berührungsängste

Bad Bevensen: Früheres Deutsches Haus wird zu soziokulturellem Zentrum 

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Arbeitseinsatz für das neue soziokulturelle Zentrum im leer stehenden Deutschen Haus in Bad Bevensen (von links): Sabine Füth, Tina Geidans, Katja Schaefer-Andrae und Martin Feller vom Verein Kulturstation.

Bad Bevensen – Im früheren Deutschen Haus in Bad Bevensen ist jetzt für drei Monate die Kultur zu Hause. Der Verein Kulturstation richtet hier ein soziokulturelles Zentrum ein.

Die Türen stehen offen! Verdutzt bleibt der eine oder andere Bevenser stehen und wirft einen Blick in das seit vielen Jahren leer stehende Deutsche Haus. Männer und Frauen sind da bei der Arbeit. Sie putzen, fegen, saugen, wischen, aber was hier kommt, ist keine neue Gaststätte. Hier entsteht ein soziokulturelles Zentrum auf Zeit. Kulturzwischenstation nennen es die Organisatoren vom Verein Kulturstation Bad Bevensen. Die Eröffnung ist für August geplant.

Für ein Vierteljahr soll das prächtige Gasthaus aus dem Jahr 1907 wie ein Bienenstock sein. Ausstellungen, künstlerische Installationen, Kunst-Workshops für jedermann, Talkrunden zu aktuellen Fragen, Lesungen und weitere Veranstaltungen sollen sich abwechseln. In einer Erinnerungswerkstatt soll auch die Geschichte des Orts thematisiert werden, an dem viele Bevenser gefeiert haben. Die Schwingtüren zur ehemaligen Schankstube werden regelmäßig mittwochs, freitags, sonnabends und sonntags offenstehen.

„Das ist keine Galerie, wo Künstler ihre Bilder ausstellen, sondern wir wollen Workshops anbieten. Man kann reinkommen und Künstlern über die Schulter sehen“, sagt die Vorsitzende des Vereins Kulturstation Katja Schaefer-Andrae. Das Haus steht während dieser Zeit für jedermann offen. Jeder kann mitmachen. „Wir wollen einen Ort für Begegnungen schaffen und mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommen“, betont Katja Schaefer-Andrae.

Möglich macht das Projekt eine Förderung von gut 15 000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur, berichtet der Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer. Der CDU-Politiker spricht von einer Bereicherung für das kulturelle Leben über Bad Bevensen hinaus im ganzen Landkreis. Mit den Fördermitteln sollen vor allem die Workshops finanziert werden.

Die Räume, deren Täfelung vom letzten Mieter, einer Pizzeria, rosa gestrichen wurden, stellt der Eigentümer den Kulturaktivisten zur Verfügung. Nach drei Monaten ist Schluss, denn es gibt keine funktionstüchtige Heizung. „Das ist ein Ereignis“, wirbt die Vorsitzende. „Man darf es nicht verpassen.“

• Kontakt: (0 58 21) 9 69 99 93, kulturstation@schaefer-andrae.de.

VON GERHARD STERNITZKE

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