Kamera sorgt für Sicherheit

Bevensen-Ebstorf stattet Feuerwehrfahrzeuge mit Abbiegeassistenten aus

Eine 16-jährige Radfahrerin wurde 2016 in Uelzen von einem abbiegenden Lkw lebensgefährlich verletzt. Bevensen-Ebstorf stattet deshalb seine Feuerwehrfahrzeuge mit Abbiegeassistenten aus.
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Eine 16-jährige Radfahrerin wurde 2016 in Uelzen von einem abbiegenden Lkw lebensgefährlich verletzt. Bevensen-Ebstorf stattet deshalb seine Feuerwehrfahrzeuge mit Abbiegeassistenten aus.

Bevensen-Ebstorf – Ein weißes Fahrrad steht am Fahrbahnrand, unbeachtet von den meisten Auto- und Lastwagenfahrern. Keiner sitzt auf dem Sattel und tritt die Pedale.

Das Geisterrad, als Mahnmal vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) aufgestellt, erinnert an zwei Radfahrerinnen. Im Oktober 2016 wurde hier ein 16-jähriges Mädchen schwer verletzt. Eine 71-jährige Frau fand im Juni 2018 den Tod. In beiden Fällen hatten Lkw-Fahrer die Radfahrerinnen übersehen, weil sie sich im toten Winkel befanden. Um solche Unfälle zu vermeiden, schafft die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf Abbiegeassistenten für ihre Feuerwehrfahrzeuge an.

Sven Lühr,Gemeindebrandmeister

„Einen solchen Unfall hatten wir glücklicherweise nicht“, sagt Gemeindebrandmeister Sven Lühr. „In Anbetracht der allgemeinen Diskussion haben wir aber beschlossen, unsere Großfahrzeuge nachzurüsten.“ In diesem Jahr sollen zunächst zehn Fahrzeuge von den Typen Löschfahrzeug (LF) 10 und 20 sowie Tanklöschfahrzeuge (TLF) und die Drehleiter der Bevenser Wehr mit der Technik ausgestattet werden. Wehren in Wriedel, Ebstorf, Himbergen, Barum, Altenmedingen und Bad Bevensen profitieren davon.

Dabei wird moderne Kameratechnologie eingesetzt. „Die Geräte überwachen den toten Winkel so, dass der Fahrer sehen kann, ob sich jemand im toten Winkel befindet“, erklärt der Gemeindebrandmeister. „Das bedeutet zusätzliche Sicherheit für Fahrer und Fußgänger.“ 18 000 Euro stehen dafür im Haushalt. Die Nachrüstung beginnt, sobald der Haushalt genehmigt ist. Bislang werden die Fahrer der Feuerwehrfahrzeuge im Rahmen regelmäßiger Fahrsicherheitstrainings dafür sensibilisiert, auf Radfahrer und Fußgänger zu achten.

Später sollen auch Mannschaftstransportwagen (MTW) und weitere Löschfahrzeuge nachgerüstet werden. Kostenpunkt: 1800 Euro pro Fahrzeug. Neuanschaffungen wird die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf grundsätzlich mit Abbiegeassistenten bestellen. „Alles, was der Sicherheit dient, ist gut“, kommentiert Lühr.

Die neue Technik sei eine weitere Unterstützung für die Fahrer der großen Feuerwehrfahrzeuge, lobt auch Kreisbrandmeister Helmut Rüger. Insofern könnte die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf auch Vorbild für andere Kommunen sein. Rüger: „Was man machen kann, sollte man auch tun.“

VON GERHARD STERNITZKE

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