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Samtgemeindebürgermeister Feller: Genug Geld für Gerätehäuser in Bevensen-Ebstorf

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Gemeindebrandmeister Sven Lühr.
Gemeindebrandmeister Sven Lühr stellt klar, dass die Feuerwehren in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ihre Hausaufgaben gemacht haben. © Sternitzke, Gerhard

Die Sparvorschläge von CDU und FDP sind weiterhin das Reizthema für die Feuerwehren in Bevensen-Ebstorf. Der große Schulungsraum im Bevenser Gerätehaus reichte am Mittwochabend nicht aus, alle Feuerwehrleute aufzunehmen, die zur Sitzung des Feuerschutzausschusses gekommen waren

Bad Bevensen – Zustimmendes Klopfen gab es für Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne), der die Umsetzung aller vier geplanten Feuerwehrhäuser für machbar hält. CDU und FDP hatten gefordert, dass sich die Samtgemeinde zunächst auf einen Neubau beschränkt.

Gemeindebrandmeister Sven Lühr verweist noch einmal auf den Brandschutzbedarfsplan, der Defizite bei der bisherigen Ausstattung festgestellt hat. „Die jetzige und die folgende Feuerwehr-Generation muss sich nicht nur mit Bränden und Verkehrsunfällen auseinandersetzen, sondern auch mit Vegetationsbränden, Elektroautos und Stürmen“, erklärt der oberste Feuerwehrmann in Bevensen-Ebstorf. „Wir Feuerwehren haben die Hausaufgaben gemacht, die gestellt worden sind.“ Für die ersten vier Kooperations- und Fusionswehren würden nun entsprechende Feuerwehrhäuser gebraucht. Dabei handele es sich nicht um Luxusplanungen.

Auch dass Fahrzeuge zu früh ausgetauscht würden, weist der Feuerwehrchef zurück. Teilweise seien noch Wagen aus den Siebzigerjahren im Einsatz. Fahrzeuge, die freiwerden, werden an andere Ortswehren weitergegeben. Auch die beantragte Drohne sei wichtig. Grundsätzlich wehrt sich Lühr gegen Sparvorgaben: „Wir sind der Meinung: Wirtschaftlichkeit und Feuerwehr – das passt nicht zusammen. Wir gehen verantwortungsbewusst mit den anvertrauten Geldern um.“

Samtgemeindebürgermeister Feller betont, dass der 2018 beschlossene Brandschutzbedarfsplan rechtlich bindend ist. Die Kooperationen – inzwischen gibt es bereits neun Kooperations- und eine Fusionswehr – mit ihren Feuerwehrhäusern seien ein zentraler Bestandteil. „Der Feuerwehrbedarfsplan beinhaltet eine kleine Revolution. Die Kooperationen bieten Möglichkeiten, die kleine Feuerwehren nicht bewältigen könnten.“ Die Stützpunkt- und Schwerpunktfeuerwehren würden entlastet.

„Es wird investiert in einem nicht gekannten Maßstab“, so Feller. Allerdings würden ja auch nicht alle Häuser gleichzeitig gebaut, und durch einheitliche Planung und Ausschreibung würden Kosten gespart. „Wenn jemand sagt: Wir sind finanzschwach, dann widerspreche ich ganz vehement. Wir haben eine finanzstarke Samtgemeinde, die ihre Projekte umsetzen kann.“ Auch bei dem prognostizierten Haushaltsdefizit ergeben sich Verbesserungen. Noch mehr Geld wäre vorhanden, wenn die Samtgemeinde nicht Überschüsse von 13,5 Millionen Euro an die Mitgliedsgemeinden ausgeschüttet hätte, so Feller.

Die Bauanträge für die vier Feuerwehrhäuser sind laut Bauamtsleiter Oliver Willing gestellt, wobei die Kosten von 13,7 auf 16,4 Millionen Euro steigen. Insgesamt plant die Samtgemeinde bis 2026 neue Investitionen von 44 Millionen Euro.

„Sie sehen uns sprachlos. Das ist eine unheimlich hohe Zahl“, reagiert Ulf Schmidt (CDU). Die CDU wolle zunächst mit Verwaltung und Feuerwehr sprechen. „Wir möchten uns einfach informieren und auf ein normales Verhältnis zurückkommen.“ Der Ausschuss verschiebt die Empfehlung zum Haushalt auf den Februar. „Wir haben Beratungsbedarf in jeglicher Form“, betont Hans-Joachim Bütow (SPD). „Wir werden Gerätehäuser anschauen und mit den Feuerwehren Gespräche führen.“

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