Bevensen als Archäologie-Zentrum

Im Internet können sich Interessierte unter www. schwantes2011.de über Inhalte der Schwantes-tagung informieren.

Bad Bevensen. Noch gut drei Monate sind es, bis Bevensen für vier Tage zum Zentrum internationaler archäologischer Forschung wird: „Gustav Schwantes und die Jastorf-Kultur“ ist jene große Tagung überschrieben, die von der Samtgemeinde Bevensen in Kooperation mit der Stadtarchäologie Uelzen, der Freien Universität Berlin, dem Harburger Helms-Museum sowie dem Landesmuseum Hannover seit vielen Monaten intensiv vorbereitet wird. Ziel des aufwändigen Unterfangens: „Wir wollen Schwantes wiederentdecken“, so Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski, in dessen Händen die Koordination des Tagungsprojektes liegt.

Mittlerweile sei so gut wie alles in trockenen Tüchern, lässt Markuszewski nun verlauten, das Programm steht – und bietet Facettenreiches: Im Abendvortrag am 18. Mai (20.30 Uhr) umreißt die Hamburger Archäologin Sonja Schäfer zur Eröffnung das weite Feld der Schwantes-Forschung – und ist selbst Zeichen dafür, dass Schwantes’ Wirken bis heute wissenschaftlich wahrgenommen, diskutiert und vorangedacht wird. Sie selbst schreibt an ihrer Doktorarbeit über den 1881 in Bleckede geborenen Frühgeschichtsforscher, der in Jastorf und Seedorf in frühen Grabungen einst entscheidende Urnenfunde machte und damit der archäologischen Zeitrechnung entscheidende Erkenntnisfortschritte bescherte.

Richten wird sich die Tagung in erster Linie an ein wissenschaftliches Fachpublikum. Selbiges wird dabei aus ganz Europa anreisen, weiß Verwaltungsfachangestellter Andreas Springer, der Markuszewskis rechte Hand bei der Tagungsorganisation ist und nicht zuletzt auch die Tagungs-Internetseite www.schwantes2011.de und sogar einen eigenen Facebook-Account (Internationale Tagung „Gustav Schwantes und die Jastorf-Kultur) gestaltet hat. Aus Deutschland, den Niederlanden, der Ukraine, Tschechien, Schweden, Polen und Rumänien reisen Forscher an, „mit etwa 100 Gästen rechnen wir“, so Springer.

Methodenteile und Theoriediskussionen, binnenperspektivische Analysen der Jastorfer Funde und vergleichende Ausblicke auf die Jastorfer Peripherien – das bietet das von Dr. Jochen Brandt, zuständig für die Abteilung Bodendenkmalpflege im Helms-Museum, gestaltete Tagungsprogramm in deutscher und englischer Sprache. Konkret geht es da dann um Themen wie „Der fibulare Formenbestand der jüngeren vorrömischen Eisenzeit im Jastorfkerngebiet – Zum Stand der Forschung“, „Material culture and multiple identities. The case of La Tène glass armrings in the Lower Rhine region” oder „Zum Ende der Jastorf-Kultur”.

Natürlich profitiert die Tagung dabei von ihrer Lage nahe der alten Wirkstätten Schwantes’, Exkursionen zu den Königsgräbern bei Haaßel, den Buckelgräbern am Galgenberg, dem Hügelgräberfeld in der Klein Bünstorfer Heide und andere archäologische Stätten der Region dürfen da natürlich nicht fehlen. Umrahmt wird die Tagung zusätzlich durch eine Ausstellung in Uelzen, die in den Händen des Stadtarchäologen Dr. Fred Mahler liegt.

Für Markuszewski geht mit der Fachtagung ein großer Wunsch in Erfüllung. Schon lange habe er immer wieder überlegt, „wie wir die Archäologie stärker thematisieren“ können, selbst die Idee, das Rathaus zu einem entsprechenden Museum umzugestalten, war dabei im Gespräch, scheiterte jedoch an Kostengründen. Dennoch: Die große Tagung wird es geben, aktuell führe man für die Übernahme von noch rund 5000 Euro offener Kosten „konstruktive Gespräche“ – und wer weiß, so Markuszweski, „vielleicht ist es ja ein Stein, den wir ins Wasser werfen“. Wellen schlagen wird die Tagung in jedem Fall.

Von Janina Fuge

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