Tayler: „Ich hasse Autos!“

Bad Bevensen: Angefahrener Erstklässler ist schwer verletzt – Debatte um Medinger Straße

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An einer Bushaltestelle an der Medinger Straße in Bad Bevensen ist es passiert. Der sechsjährige Tayler wurde von einem Auto erfasst und von der Straße geschleudert. Er liegt schwer verletzt im Klinikum Lüneburg. 

Bad Bevensen – Es ist ein Mittwochmorgen wie jeder andere. Der sechsjährige Tayler ist auf dem Weg zur Schule. Wie immer geht der Bevenser Erstklässler, der die Waldschule besucht, zur Bushaltestelle Medinger Straße.

Er ist schon fast auf der anderen Seite, als er auf dem Fahrradstreifen, von einem Auto erfasst wird, das aus Richtung Medingen kommt (AZ berichtete). Bei dem Unfall am Mittwochfrüh gegen 7.40 Uhr wird der Junge, anders als zunächst von der Polizei berichtet, schwer verletzt. Und in der Kurstadt wird über die Verkehrssicherheit in der Medinger Straße diskutiert.

Tayler wird durch den Aufprall von der Straße geschleudert. Wegen seiner schweren Verletzungen wird der Junge vom Uelzener Krankenhaus per Hubschrauber ins Klinikum Lüneburg verlegt, berichtet seine Mutter Sabrina Jebram. Der Oberschenkel des Sechsjährigen ist gebrochen und wird mit Schrauben fixiert. Neben vielen äußerlichen Blutergüssen hat er ein Hämatom an der Milz.

„Es können immer noch innere Blutungen auftreten. Die Milz kann reißen“, sagt die schockierte Mutter. Ihr Sohn stehe unter starken Schmerzmitteln. Nach dem Krankenhausaufenthalt muss er zunächst im Rollstuhl sitzen. „Ich hasse Autos!“, hat der Erstklässler gesagt, der nun erst mal für mehrere Wochen nicht am Unterricht teilnehmen kann.

„Er hat nach links und rechts geguckt, bevor er auf die Straße gegangen ist“, betont Sabrina Jebram. „Und dann hat er schon die Lichter gesehen.“ Sie vermutet, dass der Fahrer des Volvo zu schnell unterwegs war. „Ich verstehe nicht, warum man da keinen Zebrastreifen macht.“

„Manche fahren hier wie die Besengten“, meint ein Bevenser. Die Polizei hat über die Geschwindigkeit des 79-jährigen Fahrers noch keine Erkenntnisse. „Zum Zeitpunkt des Unfalls ist es dunkel gewesen und ein bisschen Regenwetter“, erklärt die Sprecherin der Polizeiinspektion Lüneburg-Uelzen, Antje Freudenberg. „Es ist schlechte Sicht gewesen.“ Jedenfalls bemerkte der Fahrer den Jungen, der die Straße querte, zu spät. Ein Unfallschwerpunkt sei die Medinger Straße jedoch nicht, stellt Antje Freudenberg klar.

Die Idee, an der Stelle einen Zebrastreifen einzurichten, gab es bereits, weiß Bevensen-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewe. „Die Richtlinien setzen voraus, dass eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen und Fußgängerquerungen vorliegt“, erklärt der Bauamtsleiter. „Das war nicht der Fall. Es sei aber möglich, die Zählung noch einmal zu wiederholen. „Ein Zebrastreifen ist aber nach der Unfallforschung kein Sicherheitsgewinn.“

Er habe aber den Eindruck, dass bereits durch den Fahrradstreifen langsamer gefahren werde. Tempo 30 sei dagegen auf einer Kreisstraße nicht möglich.

Geplant, aber immer noch nicht umgesetzt ist ein Zebrastreifen am Netto-Markt. Zuständig ist der Landkreis, betont Klewwe. „Wir haben mehrmals nachgefragt, aber keine verbindliche Antwort erhalten.“

VON GERHARD STERNITZKE

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