Bevensen: Vertretungsregelung immer dringender / Ferienbetreuung nur eingeschränkt möglich

Betreuungs-Engpass im JuZ

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Die Aktionen der Ferienbetreuung im Bad Bevenser Jugendzentrum sind beliebt – in diesem Jahr gibt es allerdings ein eingeschränktes Angebot – wegen Personalmangels.

Bad Bevensen. Sie ist eine Institution im Bad Bevenser Jugendzentrum: Seit vielen Jahren leitet Beate König die Einrichtung, die hinter dem Rathaus an der Lindenstraße ihr Domizil hat.

Doch seit einiger Zeit ist die JuZ-Chefin gesundheitlich angeschlagen und fällt immer wieder mal aus. Eine Vertretung gibt es nicht. Schließlich hat Beate König all die Jahre erfolgreich dafür gesorgt, dass es reibungslos läuft im JuZ. Dass sie allein das Betreuungs- und Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche jetzt nicht mehr stemmen kann, wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport deutlich.

Ferienbetreuung 

In den Osterferien bietet das Jugendzentrum in Bad Bevensen vom 10. bis 21. April eine verlässliche Ferienbetreuung für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren an. In der Zeit von 7.45 bis 13.30 Uhr bekommen die Kinder Frühstück, Mittagessen und ein umfangreiches Programm angeboten. 

In den Sommerferien geht das Angebot vom 17. Juli bis 2. August und in den Herbstferien vom 2. bis zum 13. Oktober. 

Anmeldungen können direkt im Jugendzentrum oder telefonisch unter (05821) 78 81 abgegeben werden.

„Wir sind mit verschiedenen Jugendhilfeträgern im Gespräch, die Vertretungszeiten übernehmen würden“, berichtete Katharina Schattat vom zuständigen Ordnungsamt der Stadt Bad Bevensen. So habe der DRK-Kreisverband bereits signalisiert, im Bedarfsfall einzuspringen. Wenn Beate König nicht da sein kann, haben bislang drei Nicht-Fachkräfte dafür gesorgt, dass das JuZ trotzdem öffnet. Zwei davon sind Jugendliche mit dem sogenannten „Juleica“-Schein, der für ehrenamtliche Jugendarbeit qualifiziert. Ein Dauerzustand, so waren sich die Ausschussmitglieder einig, könne das aber nicht sein.
Dr. Johann Henrich Vietor (WBB) brachte nochmals einen im vergangenen Jahr von seiner Fraktion eingebrachten Antrag auf Einstellung eines Sozialpädagogen ins Gespräch. Der Antrag war damals abgelehnt worden. Und auch heute machte Katharina Schattat ihm wenig Hoffnung auf zusätzliches Personal. „Wir befinden uns immer noch in der Konsolidierungsphase“, gab sie zu bedenken.

Die schwache Personaldecke im Jugendzentrum hinterlässt nun allmählich Spuren: Die Ferienbetreuung, so Schattat, werde nur noch mit zwölf Kindern stattfinden können. „Ich bin nicht bereit, ganz allein für 25 bis 30 Kinder und Jugendliche die Verantwortung zu übernehmen“, machte Beate König dazu deutlich. Schon während der vergangenen Herbstferien habe es ordentlich geknirscht bei der Organisation der Betreuung. Die Kirche half schließlich aus. „Ich war sehr froh, dass die Diakonin Frau Boyken mit eingesprungen ist“, so Beate König, „anders wäre das nicht zu verantworten gewesen.“

Eine Beschränkung der Anzahl von Jugendlichen sei genau entgegen dem, was man eigentlich in Bad Bevensen anstrebe, gab Ausschussvorsitzende Corina Großmann (WBB) zu bedenken. In Zeiten von flexiblen Betreuungszeiten im Kindergarten und im Bemühen um die Einrichtung von Ganztagsschulen sei diese Entwicklung „bedenklich“, sagte sie. „Das ist nicht im Sinne unserer Politik.“

Damit für eine adäquate Vertretung gesorgt wird, soll nun ermittelt werden, wie häufig diese überhaupt erforderlich ist und was sie kostet, kamen die Ausschussmitglieder überein. Überhaupt müsse man das Thema Kinder- und Jugendbetreuung – vor allem nach der Schule – angehen, meinte Gabriele Meyer, Gruppenvorsitzende der WBB/FDP. „So lange es keine Ganztagsschulen gibt, wird das Problem da sein“, prophezeite sie, „die jetzige Situation wird den modernen Bedürfnissen nicht gerecht. Das ist ein Fass, das man mal grundsätzlich aufmachen muss.“

Von Ines Bräutigam

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