Riesen-Stimmung bei Open Air in Seedorf: Organisatoren landen mit argentinischer Band Volltreffer

Der Beste zur Sperrstunde

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Herumstehen und Bier trinken, das kam gar nicht in Frage – die Jungs von „Triddana“ (l.) heizten dem Publikum ebenso ein wie die weiteren Bands beim Seedorf Open Air.

Seedorf. „Boah ey, endgeil!“, brachte ein Besucher die Begeisterung auf der Seedorfer Pferdewiese Sonnabend um Schlag Mitternacht lautstark auf den Punkt und manch einer hielt selbst das noch für untertrieben.

Erstmals in neun Jahren hatten die Veranstalter des Open Air-Festivals in dem 200-Seelen-Dörfchen auf eine internationale Beteiligung gesetzt und mit der Verpflichtung der argentinischen Power-Metal-Folk-Band „Triddana“ gleich einen Volltreffer gelandet.

Nach einem quälend langen Soundcheck gelang es dem Quartett aus Buenos Aires mit Leichtigkeit, auch noch die letzten müden Bierbuden-Belagerer in dieser Nacht zum Abfeiern vor die Bühne zu locken. Aber darauf sind die vier stilecht in Schottenröcken rockenden Musiker von Triddana, das sich von dem irischen Wort „troideanna“ für „Kampf“ ableitet, nach eigener Aussage auch spezialisiert: „Wir sind es gewohnt, erst zur Sperrstunde aufzutreten, und glaub’ mir: Wir sind sehr gut darin, die Leute zu holen“, versicherte Dudelsackspieler Pablo Allen selbstbewusst vor dem Auftritt und fügte hinzu: „Für uns ist es immer eine besondere Herausforderung!“

Das 9. Seedorf Open Air - die Bilder

Eine Herausforderung, welche die anderen sechs Bands, die in diesem Jahr aus knapp 500 Bewerbungen von der Jury des gemeinnützigen Vereins ausgewählt wurden, unterschiedlich gut meisterten. Steven Friend, Sänger der Osnabrücker Melodic-Metal-Band „Tragedy Of Mine“, setzt dabei auf Offensive und persönliche Ansprache: „Wenn die Leute nicht freiwillig nach vorne kommen, musst du eben selbst nachhelfen“, schmunzelt der gebürtige Altenmedinger und rät: „Du musst nach jedem Song mit ihnen quatschen und immer den ersten Stein werfen.“ Die Strategie ging auf und die erste „Wall of Death“ des Abends war für die fünf Jungs geritzt.

Das 9. Seedorf Open Air - die Bilder Teil 2

Auch beim diesjährigen Line Up achteten Ole Laskiwitz und sein Team – abgesehen vom Headliner – auf die bewährte Mischung von regionalen und nationalen Formationen sowie traditionellen und eher modernen Metalklängen: Nach dem 90er-Jahre-Crossover der Berliner „Junkyard Rebellion“ gaben die Magdeburger „In Sane“ einen „Uff de Mütze“, dem eher getragenen Old School-Hardrock der Uelzener Lokalmatadoren „Razzor“ stand der Sci-Fi-Metal der Hamburger „Cyborg“ und der Melodic-Death-Metal der Würzburger „Dieversity“ gegenüber.

„Schreib‘ mal bloß einen guten Kommentar zu dieser Band“, appellierte ein frischgebackener „Triddana“-Fan nach der letzten Zugabe enthusiasmiert an den Autor. Kein Problem: War endgeil.

Von Marcus Kieppe

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