Bekenntnis zur Geothermie

Wirtschaftsminister Olaf Lies macht sich für Pilotprojekt in Bad Bevensen stark

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Drei, die sich einig sind: Wirtschaftsminister Olaf Lies (von links), Bürgermeister Martin Feller und Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer wollen gemeinsam Bad Bevensen zum Referenzstandort für Geothermie machen. Lies findet neben der Nachhaltigkeit noch ein anderes Argument für das Projekt: Die Experten für Geothermiebohrungen in der Nachbarstadt in Celle.

Bad Bevensen. Klares Signal für Tiefengeothermie in Bad Bevensen: „Wir müssen aus der Phase der langen Debatten herauskommen und loslegen“, sagt Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) gestern beim Auftakt seiner Sommertour in der Kurstadt.

Nachdem er im Mai in Brüssel um Zuschüsse für Bevensens Wärmebohrungen nach 85 Grad heißer Sole in 2200 Metern Tiefe geworben und die Idee zuvor der Bundespolitik vorgestellt hatte, will Lies nun in dritter Richtung aktiv werden – auf Landesebene: Gemeinsam mit der Stadt sollen alle Komponenten des Projekts erneut hinterfragt werden, um dann konkrete Finanzierungsmöglichkeiten des Millionen-Vorhabens festzuzurren: 15 Millionen müssen durch Kredite finanziert werden, acht Millionen Eigenkapital hofft die Stadt zusammenzubringen. „Die Banken tun sich schwer, wegen der Absicherung des Kredits“, nennt Lies einen Grund, der die Finanzierung des Projekts, von dem er überzeugt sei, erschwert. Seine Idee, die noch ausdiskutiert werden muss: Eine Bürgschaft in Zusammenarbeit mit der NBank.

Auf ein Zeitfenster für weitere Schritte will sich der Wirtschaftsminister nicht festlegen. Nur so viel: Brüssel habe ihm zu lange gedauert, er wolle „so zügig wie möglich den Knoten durchschlagen“. Lies: „Bevensen könnte das erste praktische Beispiel in Niedersachsen sein, wo die Pläne zur Anwendung kommen.“ Die geologischen Gegebenheiten überzeugten ihn, wie das Gesamtumfeld von Abnehmerstruktur bis zu gesundheitsorientiertem Tourismuskonzept.

Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer bedankt sich für die Unterstützung des Landes: „Wir würden und freuen, als Pilotprojekt in Niedersachsen mit der Tiefen-Geothermie durchzustarten. Und Bürgermeister Martin Feller (Grüne) betont: „Wir wollen unseren Energiebedarf über erneuerbare Energien decken. Durch gleich drei Großabnehmer – Therme mit Kurhaus, Diana-Klinik und Herz- und Gefäßzentrum – wird eine schnelle Rentabilität des Projekts erreicht“

Das Land hat niedersachsenweit in den vergangenen Jahren 2 Millionen Euro für Geothermie-Machbarkeitsstudien an sieben Standorten investiert – auch Bad Bevensen erhielt 270 000 Euro für die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von Tiefenbohrungen.

Von Wiebke Brütt

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