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Bevenser Betriebe berichten über die Umsetzung von 3G und Homeoffice

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Von: Gerhard Sternitzke

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Ein Mitarbeiter zeigt seinen Impf- oder Genesenennachweis auf dem Handy vor.
Die Beschäftigten müssen seit Mittwoch Impfung, Genesung oder Test nachweisen - so auch in den Betrieben in Bad Bevensen. © Symbolfoto: dpa

Gesundheit ist Privatsache – normalerweise. Alkoholkonsum, Krankheiten, Impfungen – das geht den Chef nichts an. Seit 24. November ist das anders. Seitdem sind die Arbeitgeber verpflichtet, den Impfstatus ihrer Beschäftigten abzufragen und nur Geimpfte, nachweisbar Genesene oder aktuell Getestete in die Betriebsräume zu lassen. Zudem sollen die Mitarbeiter, bei denen das möglich ist, ins Homeoffice wechseln. Die AZ hat Arbeitgeber in Bad Bevensen gefragt, wie die Umstellung geklappt hat.

Bad Bevensen – „Das ist die größte Schweinerei, das den Arbeitgebern zu überlassen, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren“, kritisiert Ewald Kalinowsky. „Der Aufwand ist sehr hoch gewesen. Für die Kontrolle braucht man eine Stunde.“ Im Prinzip findet der Inhaber des Straßenbaubetriebs die neuen Regeln zur Eindämmung der vierten Corona-Welle jedoch richtig. „Das ist wie die Gurtpflicht, die mal für Autos eingeführt wurde.“

Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Testmöglichkeit

So reagierten nach seinen Angaben einige wenige der 120 Mitarbeiter mit Widerwillen auf die tägliche Testpflicht. Eine Handvoll Beschäftigte, also zehn Prozent, sind nicht geimpft. Für sie ist die Erbringung des Tests durchaus ein Problem, wie Kalinowsky berichtet. Einer habe in Lüneburg drei Stunden auf seine Testung gewartet, auch in Bad Bevensen gebe es Wartezeiten.

„Für Montag ist das schwierig. Ich weiß nicht, welche Testzentren offen sind“, gibt der Firmenchef zu bedenken. Er wird deshalb Selbsttests anbieten, die die betroffenen Mitarbeiter unter Aufsicht durchführen müssen. Beschäftigte, die direkt zur Baustelle fahren, können sich auch in Testzentren in der Nähe begeben.

Die größere Sicherheit gibt die Impfung. Impftermine im Betrieb hat Kalinowsky schon im Sommer angeboten. Auch heute, Freitag werden wieder Mitarbeiter, die dies wollen, erstgeimpft oder erhalten bereits die Boosterimpfung, berichtet Kalinowsky. „Wenn sie geimpft sind, ist die Lage wieder angespannter.“ Homeoffice ist im Straßenbau natürlich nicht möglich.

Problemlos war nach eigenen Angaben der Start mit den neuen Regeln bei der Mölders-Gruppe, zu der die Hagebau-Märkte in Bad Bevensen und Uelzen gehören. „Ich habe von keinen Störungen gehört“, sagt Geschäftsführer Felix Mölders, der an 16 Standorten zwischen Hamburg, Hannover und Berlin insgesamt 750 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Kontrollen organisiert das Unternehmen dezentral an den einzelnen Standorten. „Die Mitarbeiter müssen die Testergebnisse aufbringen“, stellt Mölders klar. „Es gibt bei uns schon eine ganze Zeit eigene Testangebote, aber wir testen nicht jeden Tag.“

Auch im Herz- und Gefäßzentrum werden im Rahmen von 3G Tests für die Mitarbeiter angeboten, teilt die Sprecherin Ines Bräutigam mit. Die Prozesse im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes würden regelmäßig angepasst. Bereits am 6. November wurde zum Schutz der besonders gefährdeten Patienten und Mitarbeiter ein Besucherstopp eingeführt.

Die Mitarbeiter der Häuslichen Krankenpflege Kerstin Effe werden bereits seit knapp einem Jahr getestet, seit dem Frühjahr täglich. „Jeden Tag werden alle Mitarbeiter mit einem Schnelltest getestet, egal ob sie geimpft sind oder nicht“, berichtet Inhaberin Kerstin Effe. „Für mich sind die Tests das Entscheidende.“ So könne das Weitertragen von Infektionen deutlich reduziert werden, um die Sicherheit der Pflegebedürftigen sicherzustellen. Genau eine Mitarbeiterin aus dem Büro ist ins Homeoffice gegangen.

Homeoffice für 50 Prozent der Rathaus-Mitarbeiter

Nur „ein verschwindend geringer Teil“ der 75 Mitarbeiter in den Rathäusern und dem Bauhof der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sind ungeimpft, teilt Bürgermeister Martin Feller mit. Ein Test war noch nicht nötig, sie befinden sich im Homeoffice. „Wir möchten, dass 50 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, und das in einem Schichtsystem“, betont Feller. „Wenn es zu einem Corona-Ausbruch kommt, können wir das ausgleichen.“

Allerdings lassen sich nicht alle Verwaltungstätigkeiten, auch wenn sie ohne direkten Bürgerkontakt sind, von zu Hause erledigen. „Es sind noch nicht alle Akten digitalisiert“, erklärt der Bürgermeister. Die Rathäuser in Bad Bevensen und Ebstorf sind geschlossen, nur in wichtigen Fällen sind persönliche Termine möglich.

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