Ambulanter Hospizdienst sucht dringend Ehrenamtliche

Ausbildung für ehrenamtliche Sterbebegleiter beginnt im November

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Ehrenamtliche Sterbebegleiter widmen sich den Ängsten und Wünschen am Ende eines Lebens, sie geben Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen Halt. Der hiesige ambulante Hospizdienst sucht schnellstmöglich Interessierte, die eine entsprechende Ausbildung absolvieren möchten.

Medingen/Landkreis Sie leisten sterbenden und schwerstkranken Menschen in ihren letzten Stunden, Tagen, gar Wochen und Monaten vor dem Tod Begleitung. Und ihre Arbeit ist heute gefragter denn je.

Die Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes des Landkreises Uelzen mit Sitz in Medingen sind zurzeit voll ausgelastet. Mehr noch: „Wir brauchen dringend neue Mitarbeiter, weil die Anfragen immer mehr werden“, sagt die Koordinatorin Monika Robel. Mit den derzeit 30 Aktiven seien die ehrenamtlichen Einsätze kaum noch zu bewältigen. „Drei bis vier Neue, die sich ausbilden lassen möchten, könnten wir sehr gut gebrauchen. “.

Was die Bewerber mitbringen müssten? „Da möchte ich von vornherein gar nichts einschränken“, sagt Monika Robel. „Es eignet sich jeder, der sich meldet, das werden wir dann in den persönlichen Gesprächen klären. Grundsätzlich aber gilt: Wenn sich jemand für diese Arbeit entscheidet, dann weiß er, mit welcher Personengruppe er zu tun hat.“

Eine Anwärterin für die Ausbildung zum Sterbebegleiter werden die Medinger im November zum Kurus nach Lüneburg entsenden. „Es wäre aber gut, wenn sie nicht allein wäre“, erklärt Monika Robel, „denn bei der Ausbildung geht es ans Eingemachte. Man erfährt dort von Themen, die einen berühren und von denen man nie dachte, dass es sie gibt. Und es ist gut, wenn man mit einem Gleichgesinnten anschließend darüber reden kann.“ Auch der Lebenspartner habe nicht immer ein Ohr für das Erlebte der Hospizmitarbeiter oder jener, die es werden wollen. Denn die Entscheidung, sich hier zu engagieren, ist eine sehr persönliche.

Damen und Herren werden gleichermaßen für die Sterbebegleitung gesucht, informiert die Koordinatorin. Und zwar äußerst kurzfristig. Denn von den 30 Mitarbeitenden seien immer auch welche in einer Pause. „Nach einer Begleitung ist es notwendig, sich für eine Weile herauszunehmen“, erläutert Monika Robel. Begleitungen können manchmal nur Tage dauern, nicht selten aber werden die Ehrenamtlichen mehrere Monate gebraucht. „Dabei sollte immer nur ein Fall zur Zeit begleitet werden. Ich sehe es ungern, wenn jemand zwei Begleitungen gleichzeitig übernimmt.“ Auch die Begleitung von trauernden Angehörigen nach einem Todesfall werde immer häufiger angefragt.

Wie man mit den Menschen umgeht, die dem eigenen Tod oder dem eines geliebten Menschen ins Auge sehen, lernen die Hospizmitarbeiter in einem Kursus, den die Kollegen des Hospizdienstes in Lüneburg anbieten. An 18 Montagen, verteilt auf etwa ein Dreivierteljahr, werden die angehenden Sterbebegleiter auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Wer sich für die ehrenamtliche Arbeit als Sterbebegleiter im ambulanten Hospizdienst des Landkreises Uelzen engagieren möchte, kann sich direkt an die Koordinatorin Monika Robel wenden. Sie ist unter Telefon (0 58 21) 96 76 79 erreichbar.

Von Ines Bräutigam

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