Gäste müssen sich gedulden 

Baustopp trifft Hotelier Christian Bahr hart – Bad Bevensen fehlen Betten

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Das AS-Hotel Vital von Christian Bahr war schon zu Silvester ausgebucht. Wegen eines Baustopps kann der Bevenser Hotelier hier keine Gäste beherbergen. „Die Existenz ist massiv in Gefahr“, beklagt er. 

Bad Bevensen – Hier könnte der Urlaub beginnen. Das Haus ist in freundlichem Weiß gehalten. Bodentiefe Fenster lassen helle, freundliche Zimmer erwarten. Ein roter Teppich führt zur Rezeption. Doch übernachten kann man im AS-Hotel Vital am Rosengarten 2 nicht.

Noch nicht. Der Landkreis hat einen Baustopp verhängt. Damit fehlen weiterhin Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Bevensen.

Eigentlich wollte Hotelier Christian Bahr bereits zu Ostern 2018 öffnen. Dann wurde der Termin noch einmal auf November verschoben. Die Silvesterpauschale war der Renner unter den Gästen. Bahr musste allen absagen. Und noch immer hängen Kabel in den Fluren herunter. Und die goldenen Badewannen bleiben trocken.

Der Landkreis bestätigt auf AZ-Nachfrage den Baustopp. Wichtige Voraussetzungen für einen Baubeginn seien nicht erfüllt. „Bei den aufschiebenden Bedingungen handelt es sich um baustatische Kriterien beziehungsweise Vorgaben, deren Erfüllung dem Landkreis bis heute nicht nachgewiesen wurden“, teilt Kreis-Sprecher Martin Theine mit.

Gehobene Ausstattung mit goldener Badewanne in einer Suite des AS-Hotels Vital.

Für Bahr ist das bitter. Knapp zwei Millionen Euro hat er in den Hotel-Umbau des ehemaligen Hotels Residence Vital auf Vier-Sterne-Niveau investiert. 24 Zimmer mit schalldichten Türen, intelligenter Elektronik und den besagten freistehenden Wannen. Viel Luxus, keine Gäste. Die Kredite muss der Hotelier dennoch bedienen.

Fast fertig: Das AS-Hotel Vital am Rosengarten in Bevensen. Die Übernachtungsplätze fehlen in der Kurstadt.

„Wir müssen von vorn anfangen“, sagt Bahr, der auch das Landhaus Zum Heidewanderer und das Haus Roseneck betreibt. Im AS-Hotel Vital ist im Moment lediglich die Rezeption für die beiden Häuser untergebracht. „Die Existenz ist massiv in Gefahr“, beklagt der Hotelier. Im Hintergrund schwelt ein Streit mit Geschäftspartnern, der wohl erst vor Gericht entschieden wird.

Für den Tourismus ist der Baustopp in zentraler Lage ein Rückschlag. „Jede Art von Hotelschließung, oder wenn sich was hinzieht, ist nicht gut“, kommentiert der Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing (BBM) Gerhard Kreutz. Die Schließungen großer Hotels, das Ende der Kurbahn und die Zeit zwischen Abriss des alten Kurhauses und Fertigstellung des Neubaus hätten sich auch negativ auf die Zufriedenheit der Besucher ausgewirkt. Dabei erlebe Bad Bevensen gerade einen Aufschwung, der sich in steigenden Gästezahlen niederschlägt (AZ berichtete). Auch das Durchschnittsalter der Gäste sinke. Da werde jedes Hotel gebraucht, auch das AS-Hotel, damit es weitergeht.

„Das ist nicht als Konkurrenz zu verstehen“, betont Kreutz. „Jedes Hotel zieht neue Gäste an.“ Als Beispiel nennt er das neue Hotel Forest, das gezielt Wanderer und Radfahrer anspricht. „Wichtig ist, dass man seinen Stil findet´“, betont Kreutz. „Du musst eine Idee haben.“

VON GERHARD STERNITZKE

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