Werbeplakat in Bad Bevensen nicht zulässig

Bauen dort gar nicht erlaubt: Stadt verwundert über Pläne am Osterbeck

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Diese Ackerfläche in Bad Bevensen wird zur Projektierung beworben – eine Bebauung ist hier aber gar nicht möglich.

Bad Bevensen. Ein Wellness-Hotel? Eine Seniorenwohnanlage? Oder ein Apartmenthaus? Wohl nichts davon wird in absehbarer Zukunft auf dem Grundstück neben dem Friedhof in Bad Bevensen entstehen.

Denn eine Bebauung des Areals ist gar nicht erlaubt – schon vor Jahren hat die Politik dem einen Riegel vorgeschoben.

Wie berichtet, wird derzeit trotzdem ein Investor für ein Projekt mit dem Namen „Residenz Am Osterbeck“ für die Fläche gesucht. In Politik und Verwaltung der Stadt Bad Bevensen hat man dieses Ansinnen mit Staunen aufgenommen: „Über die mögliche Ausweisung von Bauflächen auf dem besagten Gelände ist vor einigen Jahren bereits beraten worden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt als Reaktion auf die AZ-Berichterstattung. „Am Ende stand der Beschluss, der bis heute Gültigkeit hat: Es wird kein Bebauungsplan für diese Fläche aufgestellt. Damit wurde möglichen Bauvorhaben eine klare Absage erteilt.“

Bürgermeister Martin Feller betont außerdem: „Den Vertretern der Stadt ist dieses Vorhaben nicht bekannt.“ Für die Ackerfläche zwischen dem Wohngebiet Osterbeck und dem Friedhof gebe es keinen Bebauungsplan, der Flächennutzungsplan weise das Gebiet als landwirtschaftliche Nutzfläche aus. Hier werde „der dritte Schritt vor dem ersten gemacht“, und es sei „viel zu früh für den Eigentümer, schon jetzt mögliche Investoren ins Boot zu holen, wohlwissend, wie die rechtliche Lage ist“.

Doch damit nicht genug. Auch die aufgestellte Werbetafel, die das Projekt großformatig ankündigt, ist laut Stadtverwaltung an ihrem Standort gar nicht zulässig. „Die Stadt hat die Bauaufsicht informiert“, heißt es in der Pressemitteilung. Und das ist der Landkreis Uelzen.

Landkreis-Sprecher Martin Theine bestätigt auf AZ-Nachfrage, dass das Amt für Bauordnung und Kreisplanung am 31. Mai durch die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf über das Plakat informiert worden sei – verbunden mit der Bitte um bauaufsichtliche Überprüfung. Weil die Werbetafel an einer Landesstraße steht, sei noch am gleichen Tag die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingeschaltet und dort um entsprechende Stellungnahme gebeten worden. „Bisher ist eine diesbezügliche Stellungnahme beim Landkreis Uelzen noch nicht eingegangen“, so Theine. Und bevor die nicht vorliege, könne der Landkreis keine abschließende bauaufsichtliche Entscheidung treffen.

Der Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte, betont auf AZ-Nachfrage, dass das Aufstellen der Werbetafel nicht mit ihm abgestimmt worden sei. Vereinbart worden sei lediglich eine Vermarktung übers Internet.

Dass seine Fläche zurzeit nicht bebaubar ist, wisse er natürlich. „Investoren kann man für Bad Bevensen aber immer gebrauchen – ob es dann diese Fläche sein muss...“, will der Eigentümer seine Initiative als Werbeaktion für die gesamte Kurstadt verstanden wissen und findet: „Da macht die Verwaltung zu wenig.“ Aber natürlich gebe es auch ein eigenes Interesse, bestätigt er. Was den politischen Beschluss sein Grundstück betreffend angehe, meint der Eigentümer: „Einen Beschluss kann man revidieren, wenn das Konzept stimmt.“

Von Ines Bräutigam

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