Bangen um den Kurhaus-Neubau

Für diesen Entwurf eines neuen Kurhauses hoffen die Bevenser auf eine Förderung durch das Land Niedersachsen – allerdings bereiten geänderte Förderrichtlinien zurzeit große Sorgen. Skizze: Lüderwaldt Architekten, Köln

Bad Bevensen. Die Änderung der Förderrichtlinien für das Programm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, das vom Land Niedersachsen aufgelegt wurde, treibt den Bevensern dieser Tage tiefe Sorgenfalten auf die Stirn: Denn aus eben diesem Programm hatten sie, wie berichtet, auf Zuschüsse für einen Kurhaus-Neubau gehofft.

Kurz vor ihrer Antragstellung aber wurden die Richtlinien dahingehend geändert, dass Fördermittel nicht mehr in Höhe von 75 Prozent, sondern von 50 Prozent gewährt werden sollen. Die Realisierung eines neuen Kurhauses steht damit zurzeit in den Sternen.

Im Frühjahr vergangenen Jahres, so erinnert sich der stellvertretende Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer, habe man noch die Information erhalten, dass es eine 75-prozentige Förderung gebe. Im November – kurz bevor die Bevenser ihren Förderantrag bei der N-Bank eingereicht hatten – war von einer 50-prozentigen Förderung die Rede. „Und die ist gedeckelt auf eine Höchstfördersumme von einer Million Euro“, so Kammer, „nur im absoluten Ausnahmefall werden bis zu zwei Millionen Euro Zuschüsse gewährt.“

Und wenn Bad Bevensen mit seinem Kurhaus-Projekt kein solcher Ausnahmefall sein sollte, sieht der stellvertretende Stadtdirektor schwarz: „Ein Neubau ist nur mit einem Zwei-Millionen-Zuschuss machbar, ansonsten wäre eine unerträgliche Steuerlast für die Bürger die Folge.“ Ein Kurhaus-Neubau hätte sich damit nach Ansicht Kammers erledigt.

Wie berichtet, war Ende vergangenen Jahres im Rahmen eines Architektenwettbewerbs, den die Stadt Bad Bevensen ausgeschrieben hatte, die Entscheidung für einen Entwurf eines neuen Kurhauses gefallen. Die Netto-Kosten dieses Projektes sollen 5,5 Millionen Euro nicht überschreiten. Bei einer 75-prozentigen Förderung durch die N-Bank würden somit rund 1,4 Millionen Euro für die Stadt übrig bleiben. Bei einer Zuschussdeckelung auf eine Million Euro, und daran lässt Hans-Jürgen Kammer keinen Zweifel, wären die restlichen Kosten für die Stadt nicht tragbar.

Die Hoffnung allerdings stirbt auch in Bad Bevensen zuletzt. Denn ein Kurhaus-Neubau würde zu einer erheblichen Kostenerleichterung für die Stadt führen, betont der Vize-Stadtdirektor. Vor allem wegen der jährlichen Energiekosten ist das jetzige Kurhaus „ein Kostentreiber im Bereich Tourismus“, den sich die Stadt nicht länger leisten kann und will. Ein Neubau würde unterm Strich jährliche Einsparungen von rund 270 000 Euro bringen.

Doch nicht allein die Kosten sind es, die die Bevenser in ihrem Streben nach einem neuen Kurhaus umtreiben. Auch die Erschließung einer neuen Zielgruppe verspricht man sich durch einen Neubau: So sollen vor allem Tagungsgäste schwerpunktmäßig angesprochen werden. „In den ansässigen Kliniken hat man uns bestätigt, dass man große Fachtagungen nach Bad Bevensen holen könnte, wenn entsprechende Räume vorhanden wären“, sagt Hans-Jürgen Kammer. Für den Stand- ort Bad Bevensen und seinen Ruf wäre diese neue Gästeklientel ein großer Gewinn.

Mitte Mai soll im Wirtschaftsministerium eine Entscheidung pro oder contra Förderung fallen, weiß Kammer. Die N-Bank nämlich spricht lediglich eine Empfehlung aus, das letzte Wort hat das Ministerium.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare