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Bananenernte in Emmendorf?

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Peter und Annegret Schneider mit ihrer Bananenstaude.
Die Emmendorfer Hobbygärtner Peter und Annegret Schneider hätten selbst nicht damit gerechnet, dass ihre Bananenstaude blühen und Früchte ansetzen würde. © Sternitzke, Gerhard

Der Klimawandel nimmt Flüssen das Wasser, lässt starke Bäume absterben und beschert Norddeutschland Temperaturrekorde (AZ berichtete). Auf der anderen Seite lässt er Pflanzen gedeihen, die früher keine Chance im Norden hatten. So wird in Groß Thondorf Wein angebaut, bei Bardenhagen wachsen Melonen, und in Emmendorf bilden sich die ersten, noch kleinen Bananen.

Emmendorf – „Das ist der Hammer. Die Banane sollte eigentlich weg“, staunt Peter Schneider selbst. Jedes Jahr muss der 65-jährige ehemalige Bundespolizist den Kübel für die kalte Jahreszeit in den Wintergarten wuchten, doch die Staude wird mit der Zeit einfach zu schwer. Und nun die Überraschung: Eine Blüte hat sich gebildet.

Langsam wächst sie nach unten, während sich aus den abgeblühten Fruchtknoten eine Reihe Bananen nach der anderen bildet. Rund 20 kleine, grüne Früchte hängen dort bereits in zwei Reihen, eine dritte ist gerade im Entstehen.

Durstig ist die fruchtbare Staude mit den typischen ovalen Blättern. „Eine Kanne voll geht jeden Abend rein“, erzählt Annegret Schneider (64). Zehn Liter sind das am Tag. Wenn es besonders trocken ist, säuft die Banane, die das Ehepaar vor rund 15 Jahren geschenkt bekommen hat, auch noch mehr. Umso erstaunlicher, dass sie nicht die sonnenverwöhnte Südseite bevorzugt, sondern sich unter einem Dachüberstand auf der Ostseite des Wohnhauses in der Lüneburger Straße wohlfühlt. „Sie blüht nur, wenn man sie gut pflegt“, sagt Peter Schneider. „Pflanzen sind auch Lebewesen“, erklärt seine Frau, die früher in einer Gärtnerei gearbeitet hat.

Klimawandel hin und her, Frost mag die Banane nicht, und deshalb mussten die Schneiders noch die Eisheiligen im Mai abwarten. Zum Überwintern wird der Haupttrieb gekappt – er schlägt im nächsten Jahr wieder aus – und die Seitentriebe entfernt. Die haben die begeisterten Hobbygärtner schon an viele Nachbarn und Freunde abgegeben, sodass sich der Bananenanbau in Emmendorf bereits ausbreitet.

Ob die Emmendorfer zukünftig eigene Bananen essen, ist dennoch fraglich. Denn noch sind die grünen Früchte sehr klein. Und ob sie im Herbst noch reifen, ist eher unwahrscheinlich. Deshalb wird Peter Schneider die Staude in dem schweren Topf – Gewicht hin oder her – wieder in den Wintergarten bringen. Vielleicht nehmen die Bananen dann doch noch ihre typische gelbe Farbe an.

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