Stadt lässt zahlreiche Weiden und Pappeln fällen / Bürger empört über Arbeiten in Brut- und Setzzeit

Bäume waren zu hoch und wackelig

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Ganz neue Ausblicke: Die Stadt Bad Bevensen hat jetzt mehrere Pappeln und Weiden im Bereich Demminer Allee/Klein Bünstorfer Straße/An der Aue fällen lassen – es bestand die Gefahr, dass die Bäume auf die Straße fallen könnten.

Bad Bevensen. Passanten bleiben staunend stehen, Anlieger vermissen ihren Sicht- und Lärmschutz: Ganz neue Ein- und Ausblicke gibt es derzeit an der Demminer Allee, Einmündung Klein Bünstorfer Straße, in Bad Bevensen zu erleben.

Denn das Bauamt der Stadt Bad Bevensen hat dort zahlreiche Pappeln und Weiden fällen lassen. Kritische Stimmen aus der Bevölkerung monieren, dass dies mitten in der Brut- und Setzzeit geschehen ist, die am 1. März begonnen hat. Stadt-Sprecher Jörn Nolting erklärt allerdings auf AZ-Nachfrage, dass durchaus Ausnahmen möglich sind.

„Die Brut- und Setzzeit ist zwar an einem Datum festgemacht, orientiert sich aber immer an der Witterung“, so Nolting. „Aufgrund der aktuellen Witterung war das Roden der Fläche unkritisch. Der Zeitpunkt ist mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden.“

Die gefällten Weiden und Pappeln fallen nicht unter die Baumschutzsatzung der Stadt Bad Bevensen. Sie mussten weichen, weil sie teilweise durch die Stürme der vergangenen Jahre vorgeschädigt gewesen seien, teilt die Stadt über ihren Sprecher mit. „Sie waren zum Teil so hoch, dass, auch bedingt durch den feuchten Untergrund, die Gefahr bestand, dass die Bäume auf die Straße hätten fallen können“, heißt es in der Stellungnahme auf eine AZ-Anfrage. „Insbesondere die Straße An der Aue ist die Zuwegung der Innenstadt zur Fritz-Reuter-Schule und deshalb ein sensibler Bereich im Rahmen des Schulwegs. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht wurde die Fläche gerodet.“

Der neu entstandene Durchblick von der Demminer Allee beinahe bis zum Kirchturm inmitten der Kurstadt wird wohl nicht von Dauer sein: „Ziel ist es, dass die Fläche wieder einen naturnahen Geholzbestand aus Weiden bekommt“, kündigt Jörn Nolting an. So sollen an dieser Stelle neue Weiden nachgepflanzt werden. Innerhalb kurzer Zeit würden außerdem auch wieder die gerodeten Weiden ausschlagen, prognostiziert man seitens der Stadt Bad Bevensen. Die Fläche werde sich dann wieder verdichten.

Von Ines Bräutigam

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