Stadtrat stimmt 1,2 Millionen Euro Betriebskostenzuschuss für Marketing-Gesellschaft zu

„Bad Bevensen wird interessanter“

+
Die Bad Bevensen Marketing GmbH probiert immer wieder auch Neues – die Premiere von „The United Kingdom Ukulele Orchestra“ hat sich in der Kurstadt bereits bewährt, weswegen die Kult-Sensation aus London im April ins Kurhaus kommen wird.

Bad Bevensen. „Mit der BBM sind wir auf dem richtigen Weg“, stellte Witta Alberternst fest.

Und damit sprach die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat für die Mehrheit ihrer Ratskollegen, die den Wirtschaftsplan der Bad Bevensen Marketing GmbH – bei zwei Enthaltungen der beiden BfB-Fraktionsmitglieder – einstimmig beschlossen.

Verschiedene Angebote zur Gästebindung seien geschaffen worden, so Alberternst, die Kurbahn sei „meistens“ gut gefüllt und für viele eine Attraktion und auch die Veranstaltungen im Kurhaus könnten sich sehen lassen. „Bad Bevensen wird interessanter, und das nicht nur für die Kurgäste“, so die Sozialdemokratin.

Der Wirtschaftsplan mit einem Volumen von rund 1,76 Millionen Euro weist einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus, den die Stadt Bad Bevensen berappen muss. Ein rundum „sorgsamer Umgang mit Geld“ sei in dem Plan ersichtlich, stellte Witta Alberternst fest. Bei einigen Veranstaltungen, die in der Vergangenheit kaum noch Publikum angezogen hatten, sei die Notbremse gezogen worden. Allerdings sei das Sparen auch eine Gratwanderung: Damit der eigentlich gewollte Effekt sich nicht ins Gegenteil verkehrt, solle man vor allem beim Zurückfahren der Werbekosten ganz genau hinsehen. Albert-ernst: „Hier muss gut überlegt werden, wie wir weiter verfahren.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schliekau zeigte sich ebenfalls ganz zuversichtlich ob der vorgelegten Zahlen. Der Zuschussbedarf sinke zwar bereits zum zweiten Mal im Vergleich zum Vorjahr, sei aber trotzdem noch zu hoch. Dennoch: Die BBM müsse als reine Wirtschaftsförderung betrachtet werden, „ohne sie wäre Bad Bevensen um einiges ärmer“. Dass die Übernachtungszahlen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres ein Plus von etwa 23 Prozent verzeichnete, sei auch mit ein Erfolg der Arbeit der Marketing-Gesellschaft. Allerdings könne sie nicht allein die Arbeit tun, denn das Werben für die Stadt sei eine Aufgabe für alle Beteiligten, so Schliekau.

Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka allerdings mochte dem BBM-Wirtschaftsplan nicht ihren Segen geben. Die Vorsitzende der „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB)-Fraktion gab zu bedenken, dass der Haushalt der Stadt Bad Bevensen noch nicht vorliege und somit die Kostenentwicklung der durch den Kurbeitrag zu finanzierenden Ausgaben noch nicht bekannt seien.

„Wir werden das Thema der Kurbeitragseinnahmen, die unterm Strich kaum zu Mehreinnahmen geführt haben, denen aber immer höhere Ausgaben bei den durch den Kurbeitrag zu finanzierenden Aufgaben gegenüber stehen, gesondert hinterfragen“, kündigte Hendel-Andabaka an. Ein entsprechender Antrag werde die BfB-Fraktion in Kürze stellen.

Auch den teilweisen Verzicht auf Anzeigenwerbung in Printmedien zugunsten des Internets sieht die BfB-Fraktion kritisch. Zwar betonte BBM-Geschäftsführer Uwe Winter, dass auch Ältere inzwischen das Internet für sich entdeckt hätten und „in dieses Medium nicht zu investieren, ein fataler Fehler“ wäre. Doch Hendel-Andabaka blieb dabei: Angesichts der Gästestruktur sollte man die geplante Verschiebung von 20 000 Euro in Richtung Internet-Werbung überdenken.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare