„Wir sollten mutig nach vorne gehen“

Stadtrat beschließt mit breiter Mehrheit Bewerbung für Landesgartenschau

Eine Installation auf einem Teich im Kurpark Bad Bevensen
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Der Kurpark wäre eine der drei Achsen für die Landesgartenschau 2026 in Bad Bevensen, falls die Stadt den Zuschlag erhält. Der Stadtrat hat sich jetzt für die Bewerbung ausgesprochen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Die Bewerbung ist beschlossene Sache. Bad Bevensen will die Landesgartenschau 2026 ausrichten. Das hat am Mittwoch der Stadtrat Bad Bevensen mit breiter Mehrheit bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen beschlossen.

Bad Bevensen - „Es ist eine große Sache für Bad Bevensen. Und der stehen wir positiv gegenüber, weil sie viel Entwicklungspotenzial für unsere Stadt hat“, sagte der CDU/FDP-Gruppensprecher Sönke Strampe. Solch eine Chance müsse genutzt werden, aber gleichzeitig dürften die Kosten nicht aus den Augen gelassen werden. Mit der Gründung der Gesellschaft zur Ausrichtung der Landesgartenschau im Nachtragshaushalt habe man auch einen nötigen Schritt bereits vollendet.

Die Kosten sind es auch, die bei den beiden anwesenden Mitgliedern der SPD-Fraktion Bauchschmerzen verursachten. „Wir sehen durchaus das große Entwicklungspotenzial, das eine Landesgartenschau bringt, aber die Erfahrung des letzten Jahres hat uns ins Grübeln gebracht“, sagte Fraktionschef Michael Chales de Beaulieu und sprach die Kostenrisiken an. So sei auch noch nicht klar, ob das Areal des Hamburgischen Krankenhauses auch vom Landkreis erworben werden kann. „Wir sehen da viel Positives, aber auch Negatives“, fasste er zusammen. Während Chales de Beualieu sich enthielt, stimmte SPD-Ratsfrau Birgit Ahders gegen die Bewerbung.

„Es ist eine große Aufgabe, die wir alle gemeinsam stemmen müssen“, erklärte hingegen die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katja Schaefer-Andrae. Mit der Landesgartenschau gebe es die einmalige Chance, die Entwicklung Bad Bevensens langfristig und nachhaltig positiv zu beeinflussen. „Wir sollten mutig nach vorne gehen und aktiv gestalten“, so Schaefer-Andrae.

Das betonte auch Hans-Bernd Kaufmann für die BfB. „Der Erfolg der Bewerbung ist nicht vorhersehbar, aber Optimismus ist jetzt Pflicht“, sagte er. Es gebe zwar starke Konkurrenz und man könnte den Zuschlag nicht erhalten, doch die Konzepte seien nicht an die Landesgartenschau gebunden und einzelne Projekte könnten umgesetzt werden. „Wir haben großes Potenzial und große Möglichkeiten“, sagte Kaufmann. Die finanziellen Voraussetzungen seien gegeben.

Die Landesgartenschau soll sich laut Konzept an der Ilmenau orientieren. Schwerpunkte bilden die Medinger Mühle, der Kurpark und das Areal des Hamburgischen Krankenhauses (AZ berichtete). Die kalkulierten Gesamtkosten liegen bei 14,2 Millionen Euro. Fünf Millionen Euro würde das Land Niedersachsen zuschießen, den Rest müsste die Kurstadt aufbringen. Außerdem gibt es eine Million Euro als Fehlbetragausgleich. Die Planer haben mehrere Szenarien aufgestellt. Diese reichen von einem Überschuss von 80 000 Euro bis zu einem Defizit von drei Millionen Euro nach Beendigung der Landesgartenschau.

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