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Bad Bevensen: Corona-Spaziergang in Grüppchen und Gegendemonstration

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Corona-Demonstrant mit Botschaft auf dem T-Shirt.
Ein Corona-„Spaziergänger“ protestiert in Bad Bevensen gegen eine mögliche Impfpflicht. © Bautsch-Ludolfs

Auch Bad Bevensen ist wie Uelzen seit Monaten Schauplatz von Corona-Demonstrationen. Auch am vergangenen Montag, einem trüben, kühlen Januarabend, ist die sonst um diese Zeit verschlafene Kurstadt Schauplatz des Konflikts um staatliche Corona-Auflagen und eine mögliche Impfpflicht.

Bad Bevensen – Schon um 18 Uhr rückt die Polizei an. Beamte stehen an den Zuwegen Richtung Kirchplatz und dem Bereich am Kriegerdenkmal. Menschen kommen zusammen. Zu Spitzenzeiten des Abends etwa 60 Bürger, die Polizei nennt die Zahl 50. Auf dem Kirchplatz haben manche Transparente dabei. Es hat sich herumgesprochen und über soziale Medien verbreitet. „Solidarität statt Verschwörungsmythen“, lautet das Motto.

Wie bereits am Montag zuvor gibt es hier eine bei der Stadt angemeldete Gegendemonstration. Junge Ordner gehen herum und weisen diplomatisch freundlich darauf hin, wenn der Abstand nicht richtig eingehalten wird. Die Einhaltung der Corona-Regeln wird sehr ernst genommen. Viele kennen sich untereinander. Plaudern. Auch Bürgermeister Jürgen Schliekau und mehrere SPD-Kommunalpolitiker sind dabei.

„Spaziergänger“ teilen sich in Grüppchen auf

Hinter der Versammlung und Organisation stehen Jenny Grajewski und ihr Partner Mathias Funk. Privatbürger, die sich gegen die regelmäßigen Corona-Demonstrationen wenden. „Prinzipiell gegen diese Spaziergänger, undemokratische Leugner, unsolidarische Querdenker – wir wollen keine Bevölkerungsspaltung“, sagt Jenny Grajewski. „Wir wollen keinen Krawall und wilde Diskussionen.“

Davon habe es in der vergangenen Woche schon Ansätze gegeben. Auch an diesem Abend kommen ein paar Leute und verwickeln die andere Seite in Diskussionen. Einer trägt die Botschaft auf seinem T-Shirt: „Ungeimpft und umarmbar“, ist darauf zu lesen. „Oh, da bin ich wohl falsch“, sagt er, grinst und verschwindet.

Die Corona-„Spaziergänger“ machen sich in kleinen Grüppchen auf den Weg durch die Stadt. Die Polizei zeigt Präsenz und schützt die Gegendemonstration. Wer hinein will in die Innenstadt, wird befragt. Eine Mutter mit Kinderwagen. Um diese Zeit? Ein junger Mann, der keinen Pass dabei hat? Umdrehen! Immer wieder sind kleine Sticheleien zu hören.

Die Polizei zählt rund 80 Corona-Demonstranten auf der Medinger Straße. „Sie haben sich mehrfach aufgesplittet, um nicht mit der Polizei in Konflikt zu kommen und um das Versammlungsrecht zu unterlaufen“, berichtet Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage. Größere Störungen habe man nicht festgestellt. „Dort haben wir elf Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht eingeleitet“, teilt Richter mit. 100 bis 150 Euro sind laut Landkreis für einen Verstoß fällig, bei Wiederholung auch mehr.

„Wir stellen fest, dass es aggressiver und radikalisierter wird“, stellt Henny Grajewski von den Gegendemonstranten fest. Und eines ist auch klar. Nächsten Montag, Punkt 18.30 Uhr wieder am Kirchplatz. ute/stk

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