Beton im Cabrio

Ausbildungsbotschafter stellen an der KGS Bad Bevensen ihre Berufe vor

Hannes Henze und Kamila Alibekova berichten in der 9i der KGS, was sie als angehende Industriekaufleute bei der Firma Manzke tun und wie man ein professionelles Kundengespräch führt.
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Hannes Henze und Kamila Alibekova berichten in der 9i der KGS, was sie als angehende Industriekaufleute bei der Firma Manzke tun und wie man ein professionelles Kundengespräch führt.

Bad Bevensen – Der Anrufer ist ziemlich erbost. Von einem Lkw der Firma ist Beton in sein Cabrio geschwappt.

Hannes Henze nutzt am Dienstag die reale Begebenheit, um den Schülern der Klasse 9i der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen einen Einblick in seine Aufgaben als angehender Industriekaufmann bei Manzke in Volkstorf zu geben. Der 20-Jährige ist einer der Ausbildungsbotschafter, die in einer Aktion der IHK Lüneburg den 17 neunten Haupt- und Realschulklassen der KGS Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe geben.

Den Anruf des erbosten Cabriofahrers dürfen zwei Schüler in einem Rollenspiel nachstellen. „Wir müssen versuchen, Empathie zu zeigen, den Kunden zu beruhigen und den Kundenkontakt zu halten“, erklärt Henze den professionellen Umgang mit der Beschwerde. „Du darfst niemals sagen, dass du nicht weißt, was du machen sollst“ ergänzt seine Kollegin Kamila Alibekova (21). „Das ist gerade das Spannende, dass es so vielfältig ist im Beruf“, sagt Herzog.

Nele Uhl, Beraterin der IHK

Insgesamt 200 Auszubildende aus über 90 Betrieben im IHK-Bezirk sind derzeit in 45 Kooperationsschulen im Einsatz. Die einwöchige Aktion in der KGS ist die größte seit 2014. „Die Ausbildungsbotschafter standen vor einigen Jahren selbst vor dieser Entscheidung. Sie wissen, was die Schüler bewegt – und können sie daher auf Augenhöhe unterstützen“, betont Nele Uhl, Beraterin für Berufsorientierung der IHK. Natürlich sei die Aktion auch eine Chance für die Ausbildungsbetriebe, den Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen. Die Ausbildungsbotschafter wurden in einem zweitägigen Training in Kommunikation und Präsentationstechniken geschult.

Saskia Cramm, Auszubildende beim Uelzener Autohaus Wolter, hat den Jugendlichen Kärtchen mitgebracht. Sie sollen Fotos den einzelnen Abteilungen von der Zentrale bis zur Werkstatt und ihren Abteilungen zuordnen. „Bei uns habt ihr nur eine 36-Stunden-Woche. Wir haben 30 Urlaubstage“, wirbt die Auszubildende zur Automobilkauffrau wirbt für ihren Betrieb. Als Ausbildungsbotschafterin engagiert sie sich gern. Sie selbst fand ihre Ausbildung auch erst durch ein Praktikum. Den Schülern gibt die 17-Jährige einen Rat mit auf dem Weg: „Wenn ihr euch auf Ausbildungsmessen gut präsentiert, habt ihr einen Vorsprung.“

Weitere Schulen können sich im kommenden Jahr bei der IHK Lüneburg für die Ausbildungsbotschafter bewerben.

VON GERHARD STERNITZKE

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