Verkehrssituation an Lüneburger Straße: Meinungen driften bei öffentlicher Bürger-Info auseinander

„Aufsteller“ auf dem Prüfstand

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Für den westlichen Teil der Lüneburger Straße in Bad Bevensen wird schon seit Jahren eine Lösung gesucht, um Interessen von Anwohnern, Geschäftsleuten und Verkehrsteilnehmern unter einen Hut zu bekommen.

Bad Bevensen. Seit Jahren schon hadern die Anlieger mit ihrem westlichen Teil der Lüneburger Straße in Bad Bevensen: In dem verkehrsberuhigten Bereich werde viel zu schnell gefahren – obwohl dort Schrittgeschwindigkeit gilt – und auch die Fahrzeugdichte sei viel zu hoch.

Die CDU-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat hatte daher einen Antrag vorgelegt, wonach zumindest eine zeitweise Sperrung dieses Bereichs ein gewisses Maß an Abhilfe schaffen könnte.

Ob dies der Weisheit letzter Schluss ist, das wurde jedoch kürzlich in einer öffentlichen Bürgerinformation zu diesem Thema bezweifelt.

„Dabei ist keine wirkliche Richtung herausgekommen“, bedauert Jürgen Schliekau, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und Impulsgeber für besagten Antrag, auf AZ-Nachfrage. Die Diskussion der Bürger sei streckenweise „zerfasert“, sehr viele Einzelinteressen seien zu berücksichtigen. Die Durchsetzung des Antrags habe sich damit „als schwierig herausgestellt“, bilanziert auch CDU-Fraktionschef Sönke Strampe. Der Antrag sei nun zurückgestellt, aber nicht zurückgenommen. Man wolle ihn auch als Anstoß dafür verstanden wissen, dass das Problem Lüneburger Straße endlich gelöst werden möge, ergänzt Jürgen Schliekau, der selbst Anlieger des besagten Straßenbereichs ist. Die Stadtverwaltung soll jetzt überlegen, wie genau das geschehen kann – so das Fazit aus der Bürgerinformation.

Eine Sperrung an den Wochenenden zwischen 14 und 20 Uhr, wie es im CDU-Antrag formuliert wurde, wäre nicht tragbar, haben Schliekau und Strampe aus der öffentlichen Diskussion mitgenommen. Dadurch würde zum Beispiel der Lieferverkehr zu den Geschäften behindert. Auch eine Beschränkung auf Anlieger- oder Anwohnerverkehre mache keinen Sinn – hier würden teilweise Kundschaft oder Besucher der Straße Krummer Arm ausgeklammert werden.

Eine Anregung aus den Reihen der Bürger allerdings habe aufhorchen lassen, berichtet Jürgen Schliekau. So sei gefordert worden, dass die Geschäfte mit Aufstellern und ähnlichen Hinguckern das Straßenbild aufwerten und ihre Waren deutlicher präsentieren sollten. Angesichts der aus dem Jahr 1999 datierten „Grundsätze für die Erteilung von Sondernutzungen in verkehrsberuhigten Bereichen“ der Stadt Bad Bevensen gestaltet sich das allerdings schwierig. Demnach dürfen die Geschäftsleute nämlich solche Werbeanlagen lediglich entlang der Gebäudefronten anbringen, und diese dürfen höchstens 70 Zentimeter in der Straßenraum hineinragen. Flaniert man heute durch die Straße, ist unschwer zu erkennen, dass sich ohnehin die wenigsten daran halten.

Jürgen Schliekau hielt diese fast 20 Jahre alten Vorschriften schon damals für „unsinnig“, sagt er und ist froh, dass sie nun einer Prüfung auf Aktualität unterzogen werden sollen. Für ihn ist dies ein Baustein in dem Bemühen um eine Entschärfung der Situation an der Lüneburger Straße, und er betont: „Wir wollen die Diskussion darüber einfach nicht abebben lassen.“

Von Ines Bräutigam

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