Imker Eckhard Alvermann kritisiert Vorgehen des Landkreises

Aufregung um geköpfte Linden in Altenmedingen

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Die Linden entlang der Lindenstraße in Altenmedingen wurden zurückgeschnitten. Der Altenmedinger Imker Eckhard Alvermann kritisiert den Verlust einer Nahrungsquelle für Insekten. 

Altenmedingen – Wenn Eckhard Alvermann die gestutzten Linden an der Lindenstraße in Altenmedingen sieht, kann der Vorsitzende des Imkervereins Bad Bevensen nicht mehr an sich halten. „Der Landkreis hat wieder einmal die Lindenbäume geköpft.

2018 war die Linde noch Baum des Jahres. Am Ende des Jahres wurde sie abgeschnitten“, beklagt er.

Allerlei Insekten seien jetzt einer wichtigen Nahrungsquelle beraubt, denn die Linde sorge auf drei Arten für Futter. Ende Mai in der Blüte ernährt der Baum laut Alvermann verschiedene Wildbienen und auch die Honigbiene trägt den Tracht in die Waben. Der Honigtau der Baumläuse ernährt wiederum Ameisen und Bienen.

Außerdem scheidet der Baum noch Nektar an den Blattachseln aus, den die meisten Autofahrer als die klebrige Masse auf ihrem Fahrzeug wahrnehmen. „Es sind nicht nur unsere Bienen, die in der trachtarmen Zeit im Juni und Juli an den Honigtau gehen, es sind auch viele Wildbienen auf die Linden angewiesen“, erklärt der Imker.

Neben den Folgen für die Insektenwelt kritisiert Alvermann auch das triste Ortsbild, das sich durch die geköpften Linden ergebe. „Auf dem Friedhof kann ich so was noch einsehen, da ist es immer trist.“ Kaum seien die Bäume wieder vernünftig anzusehen, würden sie wieder gestutzt. „Sie sehen aus wie ein Stumpen, dann wie ein Besen und dann kommt alles wieder ab“, meint der Imker. Das wiederhole sich alle Jahre wieder und koste nur Geld.

Kreissprecher Martin Theine verweist hingegen darauf, dass die Linden vor rund 20 Jahren als sogenannte Kopflinden zurückgeschnitten wurden. „Da von den Bäumen inzwischen eine Gefahr für den Straßenverkehr ausgeht, mussten die Bäume zurückgeschnitten werden“, erläutert Theine. Das Risiko abbrechender Triebe sei zu groß gewesen. Eine Alternative zu diesem Vorgehen habe es nicht gegeben. Für die Arbeiten habe der Landkreis Uelzen rund 3.200 Euro ausgegeben.

Das Argument der Verkehrssicherheit kann Alvermann nicht nachvollziehen. „Wenn es darum geht, Unfälle zu verhindern, muss ich die Bäume doch komplett abschneiden. So wie jetzt ist keinem geholfen“, kritisiert der Imker.

VON LARS LOHMANN

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