Bevensen-Ebstorf: Koordinator könnte im Oktober starten / Stadt und Flecken stehen hinter Modell

Asylpolitik: Pilotprojekt startet

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Asylbewerber unterstützen und begleiten – zu diesem Zweck stellt die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf einen Koordinator für Arbeitsgelegenheiten ein. Der „verlässliche Partner“ der Flüchtlinge, wie Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer den neuen Ansprechpartner nennt, wird zunächst für ein halbes Jahr befristet seine Aufgabe übernehmen.

Bad Bevensen/Ebstorf. Ein Pilotprojekt nimmt Fahrt auf: Bereits zum 1. Oktober könnte die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf als erste Kommune im Landkreis Uelzen einen Koordinator für Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber einstellen.

Die Person, die zunächst befristet für ein halbes Jahr eingestellt wird, soll die Arbeit von Flüchtlingen im Rahmen des Bauhofes koordinieren. Insgesamt zehn Arbeitsmöglichkeiten, die mit 1,05 Euro pro Stunde vergütet werden, sollen so entstehen. Bezahlt wird diese Aufwandsentschädigung vom Landkreis Uelzen, der für die Unterbringung der Asylbewerber zuständig ist. „Es handelt sich um ein Projekt, das es in dieser Form und Ausgestaltung im Landkreis Uelzen noch nicht gab. Da der Landkreis eine sinnvolle Beschäftigung von Asylbewerbern grundsätzlich begrüßt, war dies ein Grund für den Landkreis, dieses Projekt entsprechend zu unterstützen und zu begleiten“, kommentiert Erster Kreisrat Uwe Liestmann die Initiative, die aus seiner Sicht „Modellcharakter entfalten“ könnte.

Erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Asylsuchenden hat die Samtgemeinde bereits gesammelt. Laut Verwaltung wurde bis Ende Juni bereits ein Flüchtling beim Bauhof eingesetzt. „Er erledigte Tätigkeiten, die über die üblichen Standardtätigkeiten hinausgehen“, beschreibt Samtgemeindesprecher Jörn Nolting. Derzeit erarbeitet die Verwaltung einen Tätigkeitskatalog, der festlegt, in welchen Bereichen die zehn Asylbewerber künftig eingesetzt werden können. Denn gerade in den ersten drei Monaten des Asylverfahrens dürfen die Flüchtlinge nur eingeschränkt arbeiten – nur in Bereichen, die über den regulären Bauhofbetrieb sonst nicht abgewickelt werden könnten.

Außerdem sollen der Wirtschaft keine Aufträge weggeschnappt oder sozialversicherungspflichtige Stellen ersetzt werden.

„Wir wollen mit diesen Arbeitsmöglichkeiten die Integration und das Zugehörigkeitsgefühl der Flüchtlinge schnell und unbürokratisch fördern“, sagt Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer. „Mit dem Koordinator wollen wir den Flüchtlingen einen verlässlichen Partner an die Seite stellen und eine Konstanz in der Betreuung sichern.“

Die Stadt Bad Bevensen und der Flecken Ebstorf haben zugesichert, die aufgestockten Bauhofleistungen in Anspruch zu nehmen. „Das ist eine gute Aktion“, sagt Ebstorfs Bürgermeister Uwe Beecken (Freie Bürgerliste Ebstorf). In Ebstorf seien derzeit 56 Asylbewerber untergebracht, vor allem der TuS bemühe sich um die Integration der Fremden. Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) ruft seit Monaten dazu auf, dass Vereine und Gemeinden Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber einrichten mögen. „Über das Arbeiten lernen sie deutsch, darüber funktioniert Integration – und es bereitet sie auf den deutschen Arbeitsmarkt vor“, sagt Feller, der einer der Initiatoren für die Einrichtung der Koordinatoren-Stelle ist.

Von Wiebke Brütt

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