DRK plant zeitlich befristete Flüchtlingsunterkunft in Bad Bevensen

Asyl in der Villa

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Bis 2010 war die „Villa im Park“ ein Kurhotel – künftig könnten dort Flüchtlinge aufgenommen werden.

Bad Bevensen/Landkreis. „Es gehört zum Selbstverständnis des DRK, Menschen, die in ihrer Heimat in Not geraten sind, zu helfen“, sagt Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des Uelzener Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Und genau das – helfen – plant er nun in Bad Bevensen. In der sogenannten „Villa im Park“, die der DRK-Kreisverband kürzlich vom Landesverband gekauft hat (AZ berichtete), soll ein Asylbewerberheim entstehen – zumindest für drei bis fünf Jahre. So lange braucht Meierhoff in etwa, bis er seinen eigentlichen Plan für das Gelände an der Ebstorfer Straße umsetzen kann: barrierefreies und altersgerechtes Wohnen im großen Stil. Einen zweistelligen Millionenbetrag will der DRK-Kreisverband in Neubauten auf dem Gelände investieren. Denn Voraussetzung für die neue Nutzung ist unter anderem die Änderung von Flächnnutzungs- und Bebauungsplan. „Wir müssen das Gebäude ohnehin heizen und bevor wir es ‘kaputtstehen’ lassen, sollten wir es lieber sinnvoll nutzen“, sagt Meierhoff.

Untergebracht werden sollen in der „Villa im Park“ – vorausgesetzt die rechtlichen Vorgaben lassen das Gesamtprojekt zu – Flüchtlingsfamilien. 30 Einzel- und zehn Doppelzimmer stehen für die Asylbewerber bereit. Sie sollen in Bad Bevensen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch umfassende Betreuung erhalten. Mit ins Boot nehmen möchte das DRK an dieser Stelle „all die, die bisher schon bei der Betreuung von Flüchtlingen eingebunden sind“, sagt Meierhoff. „Es ist in der Villa die Infrastruktur vorhanden, um dort Integration zu betreiben“, sagt Meierhoff.

In Tagungs- und Schulungsräumen könnten beispielsweise Sprachkurse angeboten werden, erläutert der DRK-Kreis-chef sein Konzept, das er nicht allein umsetzen möchte. Dem Bad Bevenser Verwaltungsausschuss wurde die Idee am Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung präsentiert. Mit dem Landkreis, dessen Aufgabe die Unterbringung von Asylbewerbern ist, und Wohlfahrtsverbänden des Landkreises hat er gestern zusammengesessen. Die Uelzener Kreisverwaltung rechnet 2014, wie berichtet, mit insgesamt 416 Asylbewerbern, die im Kreisgebiet untergebracht werden müssen.

Von Wiebke Brütt

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