Details geben den Ausschlag: Ferienwohnung des Strampenhofs in Bad Bevensen erhält fünften Stern

Anzahl der Kleiderbügel entscheidet mit

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Flachbildfernseher ist Pflicht: Eines der beiden Schlafzimmer der Fünf-Sterne-Ferienwohnung des Strampenhofs in Bad Bevensen ist in Rot und Weiß gehalten.

Bad Bevensen. 96 Quadratmeter misst die Ferienwohnung von Ilse und Jürgen Strampe.

Eine großzügige Landhausküche, zwei Schlafzimmer mit jeweils einem Badezimmer, ein geräumiges Wohnzimmer mit Hausbar und eine Terrasse mit Außenkamin gehören zu der so genannten Parkwohnung des Bad Bevenser Strampenhofs. Eine Nacht kostet 168 Euro und zusätzlich 70 Euro Endreinigung. Diese Ferienwohung hat nicht nur jede Menge Platz und Luxus, sondern seit Mittwoch auch einen fünften Stern. Die Auszeichnung für Ferienwohnungen werden vom Deutschen Tourismusverband vergeben und nicht wie bei Hotels von Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga).

Alle drei Jahre werden die Wohnungen überprüft und dann wird festgestellt, ob sie ihren Standard halten – oder eben sogar verbessern. Die Fünf-Sterne-Wohnung wurde erst im vergangen Jahr umgebaut. „Es war die Wohnung von meinen Eltern. Mein Vater ist letztes Jahr verstorben“, schildert Jürgen Strampe. Die Auszeichnung ist die erste dieser Art im Landkreis Uelzen und nach Auffassung des Besitzers auch die erste in der Lüneburger Heide: „Es gibt noch den Eldhof in Bleckede, aber dessen Ferienwohnung hat ein Ausmaß von 200 Quadratmetern – das ist für mich ein Ferienhaus.“

Die Parkwohung des Strampenhofs befindet sich in einem alten Fachwerkhaus – typisch für die Heideregion. Die Ausstattung ist hochwertig, wer aber goldene Wasserhähne erwartet, der liegt verkehrt. Es kommt auf die Details an, verrät Jürgen Strampe. Und diese Details werden von zwei Prüferinnen genaustens unter die Lupe genommen. Sie untersuchen die Wohnung mit einem umfangreichen Fragenkatalog. Da zählt dann auch in die Wertung, wieviele Kleiderbügel im Schrank hängen, ob der Zugang und die Wohnfläche barrierefrei sind und ob in den Wohn- und Schlafzimmern Flachbildfernseher hängen. Auch das Gefrierfach in der Landhausküche zählt dazu. Das Ergebnis muss am Ende 900 Punkte überschreiten, erst dann gibt es fünf Sterne. Die Prüfung dauert locker zwei Stunden. „Man ist hinterher auch nicht immer mit jedem Punkt einverstanden“, schmunzelt Jürgen Strampe.

Bei der Überprüfung hat beispielsweise ein Fön im Badezimmer gefehlt. „Den hatten Gäste mitgenommen“, weiß Ilse Strampe. Eine Tatsache, die hin und wieder mal vorkommt. „Vor über 15 Jahren hat mal ein Gast einen kleinen Fernseher eingesteckt“, erinnert sich Jürgen Strampe. Für Gäste eines solchen Kalibers gibt es übrigens ein Dehoga-Vorwarnsystem. Mit dessen Hilfe werden die Berufskollegen vor so genannten „Einmietbetrügern“ gewarnt. Ein anderes Warnsystem hingegen befindet sich in jedem Zimmer: die Brandmeldeanlage. Sie war sehr teuer, erzählt Jügen Strampe, da alles miteinander verkabelt werden musste. Am Sonntag kommen die nächsten Gäste, Besucher aus Wermelskirchen. „Sie kommen bereits zum x-ten Mal“, weiß Ilse Strampe. Manche Gäste fahren sogar vier Mal im Jahr zum Strampenhof. Und nun steht auch noch die Heideblüte an. „Die Gäste kommen aus der Schweiz, aus Holland und aus Finnland“, schildern die Strampes. Aber es gibt auch Besucher, die aus Hamburg, Bremen und Oldenburg anreisen. Dabei handele es sich häufig um Paare, die regelmäßig in den Urlaub gefahren sind, aber altersbedingt nicht mehr so weit fahren können oder wollen. „Der Altersdurchschnitt unserer Gäste beträgt 68 Jahre“, schätzt Jürgen Strampe.

Der Bad Bevenser ist gleichzeitig im Aufsichtsrat der Bad Bevensen Marketing Agentur und will mit seiner Auszeichnung mit gutem Beispiel voran gehen. „Wir müssen den Komfort erhöhen, um Gäste zu bekommen“, lautet seine Theorie.

Von Jörn Nolting

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