Am liebsten flexibel unterwegs

400 Antworten auf die Umfrage zu einem Bevenser Bürgerbus – Mitfahrt für Vereinsmitglieder?

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Mit dem Bürgerbus zum Einkaufen oder zum Arzt fahren, das will der Verein Bad Bevensen inklusiv möglich machen. Zunächst sollen die Kurstadt, Medingen und Sasendorf angefahren werden. 

Bad Bevensen. Was für eine Frage! Die Idee, einen Bürgerbus durch Bad Bevensen rollen zu lassen, kommt in der Kurstadt sehr gut an.

Fast alle 400 Bürger, die einen ausgefüllten Fragebogen zurückschickten, stehen dem Projekt des Vereins Bad Bevensen inklusiv positiv gegenüber. Das berichtet Vorsitzender Michael Buntenbach nach Auswertung der Einsendungen.

Michael Buntenbach

„Viele Leute, die Richtung Kanal wohnen, haben keine Verbindung zur Innenstadt“, weiß Buntenbach. Letztlich wurden aber Ziele über das ganze Stadtgebiet verteilt genannt. Seit der Einstellung der Solarbahn gibt es bekanntlich keinen öffentlichen Nahverkehr mehr in der Stadt. Zwei Euro pro Fahrt zu zahlen, wären die meisten bereit. Zunächst sollen die Kurstadt sowie Medingen und Sasendorf angefahren werden.

Besonders groß ist der Bedarf in der Nähe von Seniorenwohnanlagen. Und nicht wenige Teilnehmer der Umfrage wünschen sich, dass auch ihr Rollator mitgenommen wird. „Das muss berücksichtigt werden, dass Rollatoren verstaut werden können“, hält Buntenbach fest – was natürlich auch für Kinderwagen gilt.

Wie oft die Bevenser den Bürgerbus nutzen würden, das variiert von Fragebogen zu Fragebogen, aber viele würden das Angebot gern flexibel nach Bedarf nutzen. „Das ist auch eine Frage der Finanzierbarkeit und ein Riesen-Personalproblem“, ahnt Buntenbach, denn für den Rufbus müsste eine Zentrale geschaffen werden, in der die Fahrtwünsche angenommen werden.

Damit zusammen hängt die Entscheidung, ob ein später zu gründender Verein ganz formal einen öffentlichen Nahverkehr mit festen Linien für Bad Bevensen einrichtet. Dann gibt es vom Land 75 Prozent für die Anschaffung von Fahrzeugen. Rund 60 000 Euro kostet so ein Kleinbus. Die Förderung ist allerdings mit einer Beförderungspflicht verbunden. „Selbst wenn der Bus kaputt wäre, müssten wir ein Ersatzfahrzeug ranschaffen“, so Buntenbach. Außerdem wäre man an die öffentlichen Tarife gebunden. Ohne öffentlichen Nahverkehr dagegen gibt es keine Fördermittel. „Es wird aber immer so sein, dass die Stadt einen Zuschuss geben muss.“

Als mögliches Vorbild sieht Buntenbach den Bürgerbus in Amelinghausen. „Man wird da Mitglied und kann den Bus dann nutzen“, erklärt er. „Das hat den Vorteil, dass die Grundfinanzierung gesichert ist.“ Gelegentliche Nutzer und Auswärtige wären aber ausgeschlossen.

Um einen Punkt braucht sich Buntenbach keine Sorgen mehr zu machen. Genug Freiwillige, die den Bus steuern würden, gibt es bereits. Etwa 20, überwiegend Rentner, haben sich gemeldet.

Von Gerhard Sternitzke

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