Kurpark-Team ist im Dauereinsatz

Mit allen Wassern gegossen

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Einer der neu gepflanzten Trompetenbäume im Kurpark bekommt von Christiane Wittkowski eine große Ladung Wasser an die Wurzeln.

Bad Bevensen. Zwei Kaiserlinden, ein Gingko, vier Ulmen, eine Reihe Trompetenbäume und die geschlitztblättrige Birke sind in diesen Tagen einige von Christiane Wittkowskis Sorgenkindern.

Denn die Bäume wurden erst im vergangenen Herbst gepflanzt, ihr Wurzelwerk ist noch nicht gut ausgebildet. Würden Wittkowski und ihre Mitarbeiter vom Kurpark-Team des Bevenser Bauhofs nicht Tag für Tag dafür sorgen, dass die Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt werden, es wäre das Todesurteil für die Bäume. Die andauernde Trockenheit setzt auch einem der größten Gärten im Landkreis Uelzen zu.

„Das ist schon extrem“, sagt Christiane Wittkowski, die das Kurpark-Team anleitet. Wird sie danach gefragt, wie sie die Situation zu bewältigen versucht, antwortet die 41-Jährige nur: „Gießen, gießen, gießen.“ Gerade erst hat sie den 1000-Liter-Wassertank am Hydranten neu befüllt. Der große Kunststoffbehälter ist auf einen Pkw-Anhänger geschnallt. Christiane Wittkowski setzt sich ins Auto davor und kutschiert den Tank kreuz und quer zu den dürstenden Bäumen.

„Das ist eine ganz spezielle Konstruktion, die wir uns selbst ausgedacht haben“, schmunzelt die Gärtnermeisterin. Denn in dem Wassertank summt leise eine kleine Pumpe vor sich hin. Sie befördert das Wasser in den Schlauch – angetrieben von einer Autobatterie. Damit die Konstruktion Marke Eigenbau hält, wurde alles kreativ mit Schellen und Kabelbindern fixiert.

Einige Kollegen hätten echte „Mac-Gyver“-Qualitäten, verrät Wittkowski mit einem Augenzwinkern. In der gleichnamigen Fernsehserie aus den 80ern rettet sich der Hauptdarsteller nämlich gern aus kniffligen Situationen, indem er alltägliche Gegenstände pfiffig kombiniert und zweckentfremdet. Im Bad Bevenser Kurpark-Team verfügt man ebenfalls über diese Fähigkeiten. „Das Gute ist: Die Pumpe ist absolut leise, und es muss auch kein Auto laufen, um sie zu betreiben“, schwärmt Christiane Wittkowski von der Erfindung ihrer Mitarbeiter. Gerade in einer Parkanlage sei das somit lärmfreie Bewässern ein enormer Gewinn. Und kostengünstig sei die ganze Sache auch noch.

Zwischen 6000 und 8000 Liter Wasser verteilt die Gärtnerin zurzeit täglich im Kurpark. Neben den erst im Herbst gepflanzten Bäumen sind es vor allem auch die blühenden Rabatten, die mächtig Durst haben. Sie werden von einem Sprinkler bewässert – und haben es damit besser als der Rasen im Kurpark. „Der wird nämlich nicht gegossen“, erklärt Christiane Wittkowski – auch im Hinblick darauf, dass es sich letztlich um Trinkwasser handelt, das für die Bewässerung des Kurparks verwendet werde. Dass die braune Grassteppenlandschaft an vielen Stellen im Kurpark sich nicht in grünen Rasen zurückverwandeln könnte, davor hat die Gärtnermeisterin keine Angst. „Rasen stirbt nicht so schnell.“

Im Gegenteil: Man könne Pflanzen auch durchaus an Wasser gewöhnen, sagt sie. Wer in seinem heimischen Garten also sehr viel Wasser verteile, müsse das auch dauerhaft tun, sagt Wittkowski. Sie rät aber dazu, die Pflanzen „nicht zu verhätscheln“ und am besten abends zu wässern. Denn nachts könne das Wasser nicht verdunsten.

Den nächsten Regen sehnt sich die Mutter eines Sohnes auch ein bisschen eigennützig herbei. Schließlich sind gerade Sommerferien und da böte sich eine kleine Auszeit mit der Familie ja an. Nicht aber für Christiane Wittkowski: „Ich kann keinen Urlaub nehmen, wenn ich weiß, dass meine Bäume verdursten!“

Von Ines Bräutigam

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