Sie begeistert sich für die Feuerwehr

Adriana Struve aus Oetzendorf ist mit 23 Ortsbrandmeisterin

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„Ich möchte halt das Beste geben“, sagt Adriana Struve (23), die sich nebenbei auch in der Bevenser Wehr engagiert.

Oetzendorf – Ihre Männer hat Adriana Struve im Griff. Seit dem vergangenen Sommer leitete sie die Freiwillige Feuerwehr Oetzendorf kommissarisch, seit der Jahresversammlung im Januar ist die 23-Jährige auch offiziell Ortsbrandmeisterin der kleinen, aber 30 Aktive starken Wehr. Vermutlich ist sie sogar die jüngste Feuerwehr-Chefin in Niedersachsen.

„Die erste Zeit habe ich schon gemerkt, dass die Alteingesessenen schon der Meinung waren, dass sie sich von einer Frau nichts sagen lassen müssen“, erzählt die frisch gebackene Ortsbrandmeisterin. „Aber die hören auch.“ Und wenn die Wehr zum Einsatz ausrückt, dann kann sie genauso brüllen wie ein Mann. „Wenn jemand nicht hört, mache ich mich bemerkbar“, berichtet die junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne Motorrad fährt.

Feuerwehr – das liegt der Versicherungskauffrau im Blut. Vielleicht ist ihr Großvater schuld, der viel von seiner Zeit bei der Flughafenfeuerwehr erzählte. Als 13-Jährige geht Adriana Struve zur Jugendfeuerwehr Höver-Oetzendorf. Vor sieben Jahren tritt sie in den aktiven Dienst ein. Sie wird Atemschutzgeräteträgerin, nimmt auch am Training im Feuercontainer teil. Zusätzlich engagiert sie sich auch in der Bevenser Feuerwehr aktiv, leitet dort die Kinderfeuerwehr. „Dass ich helfen kann, wenn ich gerufen werde, ist das Tollste daran“, sagt Adriana Struve.

Ein bisschen Ehrgeiz ist auch dabei. Den Truppführer- und die Gruppenführerlehrgänge hat sie bereits absolviert. So stand sie bereit, als die Stelle des Ortsbrandmeisters neu besetzt werden musste. „Ich möchte halt das Beste geben“, betont die junge Frau.

Für ihre Feuerwehr, die bereits bei den Monatsdiensten mit der Nachbarwehr Höver kooperiert, hat sie sich vorgenommen, noch mehr Aktive für diesen Dienst am Nächsten zu werben. Ihnen will sie zeigen, dass Feuerwehr Spaß macht. Das gilt eben auch für Frauen. „Tatsächlich gab es die ein oder andere Situation, wo ich etwas nicht tragen konnte, aber da man immer im Trupp vorgeht, können das die anderen übernehmen.“

VON GERHARD STERNITZKE

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