Architekten sehen nur wenig Einsparpotenzial beim Kindergarten-Anbau

Abspecken am Standard?

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Auf der Suche nach Einsparpotenzial: Architekt Marcel Monard erläuterte den Mitgliedern des Bauausschusses die Pläne für den Erweiterungsbau am Kindergarten.

Bad Bevensen. 50 000 Euro könnte man wohl sparen, wenn man Abstriche beim Standard mache.

Eine andere Beleuchtung, Vorwandinstallation, weniger Schlafpodeste und ein alternatives Material für die Außenfassade könnten beim geplanten Anbau an den Bad Bevenser Kindergarten zu diesen Kosteneinsparungen führen. Das erläuterte Carola Gräflich vom Architekturbüro Gräflich+Monard am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Bad Bevensen.

Wie berichtet, waren die Kosten für die Erweiterung jüngst um 200 000 Euro auf 1,2 Millionen Euro gestiegen. Unter anderem wegen der schwierigen Topografie des Kindergartengeländes. Die WBB/FDP-Gruppe im Bad Bevenser Stadtrat hatte daraufhin beantragt, Einsparpotenziale und auch das Aufstellen eines Modulbaus zu prüfen. Sowohl mit dem Einen als auch dem Anderen sind die Architekten Carola Gräflich und Marcel Monard allerdings wenig glücklich, wie sie am Montag durchblicken ließen.

„Wir bauen nicht teuer“, versicherte Carola Gräflich und betonte, dass man aufgrund von Erfahrungswerten mit realistischen Kosten arbeite. „Es geht uns auch nicht um schöne Fassaden“, ergänzte Marcel Monard. Aber eine Anpassung an das vorhandene, architektonisch prägnante Kindergarten-Gebäude sei schon notwendig. Mit einer Modulbauweise werde man „eine Ansammlung von Containern“ haben, formulierte es Carola Gräflich und erklärte, warum aus ihrer Sicht diese Option nicht wirklich eine wäre: „Bei Modulen spart man, wenn man ganz viel gleich baut.“ Gefängniszellen, OP-Säle, Studenten- oder Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel. Der Bevenser Kindergarten mit seiner anspruchsvollen Architektur und Lage biete sich dafür eher nicht an.

Fazit: Man könne an der Fläche oder am Standard sparen. Und da die Fläche ohnehin schon knapp bemessen sei, blieben nur noch die eingangs genannten Kompromisse beim Standard übrig. Diese soll das Architekturbüro nun für die Politik auflisten. Christian Hüwing (BfB) bat die Verwaltung außerdem um konkrete Zahlen, inwiefern sich Einsparungen beziehungsweise Kostensteigerungen auf die Höhe der Elternbeiträge auswirken.

In der nächsten Bauausschusssitzung am 27. Februar soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Das letzte Wort hat im März der Stadtrat mit der Verabschiedung des Haushalts 2017.

Von Ines Bräutigam

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