Eine Sache des Fingerspitzengefühls

Brücke der Diana-Klinik wird abgerissen

Für den Abriss wird die Brücke der Diana-Klinik Bevensen entkernt
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Vor dem Abriss wurde die Fußgängerbrücke der Diana-Klinik entkernt.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Heute soll die Brücke der Bevenser Diana-Klinik über die Dahlenburger Straße verschwinden. Ein Autokran ist im Einsatz.

Bad Bevensen – Motoren dröhnen. Vor der Diana-Klinik ragt der massive Arm eines 400-Tonnen-Autokrans auf. Gewaltige Gewichte werden montiert. Heute wird die Brücke von der Klinik zum Wandelgang abgerissen. Der Kranfahrer muss das noch etwa 110 Tonnen schwere Element aus Stahlbeton abheben, ohne den angrenzenden verglasten Bürotrakt zu beschädigen.

„Der Fahrer muss Fingerspitzengefühl haben“, sagt Einsatzleiter Wolfgang König von der Lüneburger Firma Bruns. Bis auf wenige Punkte haben die Arbeiter den überdachten Gang bereits mit Betonschneidemaschinen von der Klinik und vom Wandelgang getrennt. „Das wird erst durchgeschnitten, wenn die Brücke sicher am Haken hängt“, erklärt König. Damit sie sich dabei nicht verkantet, sind massive Holzstützen aufgebaut, die ein Absinken verhindern sollen.

Bauwerk wurde bereits entkernt

Bis zum Eintreffen des Krans sind schon wichtige Vorbereitungen gelaufen. „Während der Entkernungsarbeiten wurde im Grunde alles abgebaut, was angeschraubt war: unter anderem die Beleuchtung, Heizkörper, abgehängte Decken, Fenster und die Fassadenverkleidung“, berichtet Klinik-Geschäftsführer Detlef Baetz. Dadurch wurde das Gesamtgewicht der Brücke von etwa 120 Tonnen bereits um fünf Prozent reduziert. „Auf Basis dieser statischen Berechnungen wurde auch die erforderliche Größe und Traglast des Autokrans ermittelt“, erläutert Baetz. Bis gestern verliefen die Abrissarbeiten planmäßig. Grundsätzlich seien die Maßnahmen jedoch stark witterungsabhängig.

Detlef Bätz, Geschäftsführer der Diana-Klinik in Bad Bevensen

Eine weitere Sanierung der Brücke erschien nicht verhältnismäßig.

Detlef Bätz, Geschäftsführer der Diana-Klinik

Die Brücke wird dann vom Kran zu Boden gelassen. „Da das Bauwerk aus Beton besteht, wird es direkt vor Ort zu Schotter zerkleinert, der üblicherweise für den Straßenbau verwendet wird“, erklärt der Klinikgeschäftsführer. Voraussichtlich entstehen dabei 40 bis 50 Kubikmeter Schottermaterial.

Beton wird vor Ort zu Schotter verarbeitet

Die Brücke der Diana-Klinik ist ein Sinnbild der Bevenser „Gründerzeit“, als sich nach der Entdeckung der Solequelle Kliniken und Hotels in der Stadt ansiedelten. Über den überdachten Gang konnten die Patienten trockenen Fußes in die Therme gehen.

Die Brücke der Diana-Klinik in Bad Bevensen wird abgerissen

„Eine weitere Sanierung der Brücke erschien nicht verhältnismäßig. Nach zwei Aufprallschäden an der Brücke stand die Frage, ob der Nutzen die Reparaturen überwiegt“, betont Baetz. „Die Brücke wurde zu einer Zeit errichtet, als in der Diana-Klinik noch Kuren mit oft mobilen Patienten durchgeführt wurden. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich dies geändert. Der Mehrwert eines trockenen Übergangs in die Therme ist also nicht mehr so bedeutsam, wie Mitte der siebziger Jahre, als die Brücke errichtet wurde.“

Die Dahlenburger Straße bleibt voraussichtlich bis zum 17. Februar zwischen der Einmündung Demminer Allee und der Zufahrt zur Diana-Klinik voll gesperrt.

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