Bevenser Unternehmer kritisieren Umgang mit Schieflage

Thermen-Bistro Bad Bevensen: „50 000 Euro verbrannt“

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Die Bevenser Therme.

Bad Bevensen. Die Servicegesellschaft, die für die Kur GmbH die Bistros in und vor der Jod-Sole-Therme betreibt, hat so hohe Verluste eingefahren, dass sogar die Kapitalrücklage von einst 50 000 Euro fast vollständig aufgebraucht wurde (AZ berichtete).

Dass die Stadt Bad Bevensen und der Landkreis Uelzen als Gesellschafter nun weitere insgesamt 50 000 Euro nachschießen müssen, sorgt vor allem in der Bad Bevenser Gastronomie und Hotellerie für Unverständnis. Mehr noch: „Es herrscht bei uns großes Entsetzen, dass nochmal 50 000 Euro verbrannt werden sollen“, sagt Christian Bahr, einer der Vermieter von Ferienunterkünften in Bad Bevensen, gegenüber der AZ.

Christian Bahr

Denn nachdem die AZ über die Schieflage der Servicegesellschaft berichtet hatte, liefen bei Bahr und seinen Vermieter-Kollegen in der Kurstadt die Telefondrähte heiß, sagt er. Und alle seien sich einig: „Das mit der Thermen-Gastronomie wird auch in Zukunft nicht laufen, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, und zwar in der Geschäftsführung.“

Jeden Tag hagele es von den Übernachtungsgästen Beschwerden, berichtet Christian Bahr. Und zwar nicht nur über die Qualität der Speisen und Getränke in den Bistros der Therme, sondern auch über die Servicequalität. Hatte Bürgermeister Martin Feller jüngst, wie berichtet, noch festgestellt, dass sich beides aus seiner Sicht verbessert habe, können Bahr und andere Vermieter das nicht bestätigen. „Da kommt eine ‘5 minus’ heraus“, fasst er die Kritiken der Urlauber zusammen, die von den Thermen-Bistros enttäuscht worden seien.

„Kartoffelsalat aus dem Eimer, Würstchen aus der Dose und Fertigkuchen, der tagelang dort steht, obwohl er längst trocken ist“, berichtet der Vermieter von den Schilderungen seiner Gäste. „Wir hören immer wieder, wie unappetitlich es ist und dass es auch an Fachpersonal mangelt. Das kann doch nicht der Anspruch sein!“ Am liebsten wäre es ihm, wenn die Politik sich die Meinungen der Bevensen-Urlauber einmal selbst anhören würde. „Wir laden jeden Vertreter des Stadtrats herzlich ein, in unsere Häuser zu kommen und mit den Gästen zu sprechen“, sagt Bahr.

Für Bahr sei es unverständlich, warum man die Gastronomie in der Therme nicht Profis übernehmen lasse. „Es gibt so viele Gastronomen im Ort, die das können. Und die können das gut. Wenn man diese 100 000 Euro einem Gastronom gegeben hätte, dann würde das da florieren!“

Der Bad Bevenser Stadtrat berät heute, Freitag, um 18 Uhr in der Mensa der KGS darüber, ob der städtische Anteil der Finanzspritze an die Servicegesellschaft in Höhe von 21 000 Euro zur Verfügung gestellt wird. Der Kreistag hatte seinem Anteil von 29 000 Euro, wie berichtet, bereits zugestimmt.

Von Ines Bräutigam

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