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24-Jähriger aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf erhält Bewährungsstrafe für Drogenhandel

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Ein brennender Joint mit Cannabis
Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, dass er auch einen hohen Eigenverbrauch an Marihuana hatte. © Imago

Für einen jungen Mann aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf geht ein Verfahren wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels vor dem Landgericht Lüneburg glimpflich aus.

Lüneburg - Wegen insgesamt 14 Taten und dem Besitz von Drogen in nicht unerheblichem Umfang verurteilte das Gericht einen 24-Jährigen zu einer Strafe von zwei Jahren, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Die Richter folgten damit weitgehend dem Plädoyer von Verteidiger Rüdiger Proest. 4000 Euro seiner Einnahmen werden eingezogen. Nur einen Teil der Gerichtskosten muss er tragen, die er in Raten von 50 Euro abstottern kann. Die Anklage hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten sowie eine Einziehung einer Summe von 42 000 Euro gefordert (AZ berichtete).

„Für den Angeklagten sprach: Er ist nicht vorbestraft, ist selbst Konsument und er hat einen guten Weg genommen“, erklärte die vorsitzende Richterin Silja Precht. „Die Taten liegen länger zurück, und es handelt sich um eine weiche Droge, über deren Legalisierung es eine Diskussion gibt“, betonte sie in Hinsicht auf Pläne der Bundesregierung, Cannabis zu legalisieren.
Auf der anderen Seite sei W. durchaus professionell vorgegangen. So habe er eigens ein Kryptohandy für den damaligen Dienstleister Enchrochat angeschafft, damit Absprachen für Übergaben an seine Kunden in Bad Bevensen, Uelzen und Lüneburg von Ermittlungsbehörden nicht sichtbar waren. Zudem habe er Einweghandschuhe für den Umgang mit der Ware in Gefrierbeuteln genutzt, um auch dort keine Spuren zu hinterlassen.

Am Ende sah das Gericht nur 14 von 32 angeklagten Verkäufen von jeweils 50 Gramm Marihuana im Jahr 2019 als erwiesen an. Vor allem die Abgabe von Drogen an einen damals Minderjährigen, die sich strafverschärfend ausgewirkt hätte, konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, wie auch schon Staatsanwalt Andreas Hans eingeräumt hatte.
Zudem seien die Aussagen eines Hauptbelastungszeugen nicht zu verwenden. Er hatte den Angeklagten bei der Polizei zunächst stark belastet, später vor Gericht seine Aussagen jedoch widerrufen. Bei den Observationen durch die Polizei wurde auch

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