B71-Ausbau statt B190-Neubau?

Sigmar Gabriel

mr Uelzen/Berlin. Vertreter des Dachverbands der 35 Bürgerinitiativen gegen die A 39 haben am Mittwoch bei einem nach ihrem Eindruck "sehr offenen und freundlichen Gespräch" mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Berlin ihr Anliegen deutlich gemacht, bei der Linienbestimmung der Querspange B 190n neben der Neubautrasse zwischen Salzwedel und Bad Bodenteich nachträglich noch den Ausbau der B71 zwischen Salzwedel und Uelzen zu untersuchen.

"Minister Gabriel zeigte sich offen für diese auch in Sachsen-Anhalt diskutierte und zunehmend favorisierte Alternative und verwies auf die noch anstehenden Konsultationen mit dem Bundesverkehrsministerium", berichten die A39-Gegner. Der extra für das Gespräch aus Bonn angereiste Referent für die umweltfachliche Stellungnahme zur Linienbestimmung habe von der sehr ausführlichen Begutachtung der bisherigen Trassenplanung durch das Bundesamt für Naturschutz berichtet. Diese soll nun Ende April durch Vorort-Termine der Behörden des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt vertieft werden.

"Es zeichnen sich aber bereits jetzt erhebliche Fragestellungen hinsichtlich der bisherigen Trassenführung ab", heißt es von der Delegation des Gabriel-Gespräches. Diese beträfen unter anderem die Durchschneidung des "Grünen Bandes" entlang der früheren Grenze, die Gefährdung wichtiger nationaler Vernetzungsprojekte oder die Störung von Wildtierwechseln in den "hochsensiblen Bereichen" der geplanten Neubautrasse. "Großes Interesse" hätten beim Ministerium auch die Hinweise ausgelöst, "dass ein Autobahn-Umweg von Uelzen über Bad Bodenteich nach Salzwedel von den Lkws ganz sicher nicht angenommen werde und somit der Verkehr über die B 71 gleich bleiben würde". Die meisten Salzwedeler wollten nicht nach Bad Bodenteich, sondern bräuchten einen direkten Weg nach Hamburg auf der B 71.

Unterdessen hat sich die IHK Lüneburg-Wolfsburg gegen den Alternativ-Vorschlag ausgesprochen. "Solche Überlegungen lassen völlig außer Acht, dass die Querspange insbesondere im südlichen Landkreis Uelzen und im nördlichen Landkreis Gifhorn sowie für Bad Bodenteich, Wittingen und Hankensbüttel positive Effekte bewirkt. Die neue Bundesstraße 190n stellt darüber hinaus die Anbindung des Celler Raumes sicher", kommentiert IHK-Verkehrsexperte Martin Exner den Vorschlag. "Diese Planungen sind jetzt zügig abzuarbeiten. Dies mit immer wieder neuen Vorschlägen in Frage zu stellen, kommt einer Verhinderungsstrategie für das Gesamtprojekt gleich", kritisierte Exner.

Erschienen: 27.03.2009: AZ / az / Seite:1

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