B4-Verbreiterung vom Tisch

Die Uelzener Umgehung wurde nach dem 2+1-Prinzip gebaut – Schmierfinken fordern dies für die gesamte B4.Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die meist befahrene Fernstraße im Kreis wird nicht auf drei Fahrspuren ausgebaut: Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr legte entsprechende Pläne für die Bundesstraße 4 nördlich von Uelzen jetzt auf Eis. Stattdessen setzen die Verkehrsplaner darauf, dass die geplante A 39 die B 4 deutlich entlasten wird. Auf der Bundesstraße war der Lkw-Verkehr zuletzt erheblich angestiegen. Sie wird vermehrt von so genannten Maut-Flüchtlingen genutzt.

Die so genannte 2+1-Lösung mit abwechselnden Überholspuren, wie es sie beispielsweise auf der Uelzener Ostumgehung gibt, werde von der Landesbehörde "hinten angestellt", berichtete Kreis-Baudezernent Frank Peters jetzt dem Kreistag. "Der Planungsauftrag ist beendet", habe ihm ein Mitarbeiter der Landesbehörde mitgeteilt. Damit beantwortete Peters eine Anfrage von Annette Niemann, Kreistagsabgeordnete der Gruppe Grüne-Bündnis Zukunft. Sie bedauerte das Aus für die 2+1-Lösung. "Das ist sehr schade. Dieses Thema sollte noch mal losgelöst von der A 39 diskutiert werden", schlug sie vor.

Für wütende Zwischenrufe während der Sitzung sorgte Eckehard Niemann, Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen gegen die A 39. "Das ist ein eindeutiger Skandal. Wir werden betrogen", verlor er die Fassung und musste zur Ordnung gerufen werden.

Der Umbau der B4 wäre nach Angaben der Landesbehörde mit erheblichem Aufwand verbunden: "Die Straße müsste um bis zu anderthalb Metern verbreitert werden. Wegen der Entwässerung müsste außerdem die Querneigung der Straße verändert werden", listet Amtsleiter Dirk Möller auf. Außerdem müsse im Umfeld der Bundesstraße ein komplett neues Wirtschaftswege-System erstellt werden, da die Felder nicht mehr von der B4 aus angefahren werden könnten. "Wir kämen wohl auch um neue Brückenbauwerke nicht herum", erklärt Möller. Das alles gehe nur im Rahmen eines neuen Planfeststellungsverfahrens – ein Aufwand, der angesichts der A-39-Pläne verworfen worden sei.

Dagegen soll die Ortsumgehung Kirchweyhe laut Baudezernent Peters im 2+1-Verfahren gebaut werden – aber nur bis zum Anschluss an die K22 nach Emmendorf. Nördlich davon sehen die Pläne nur eine Spur pro Fahrtrichtung vor.

Erschienen: 25.06.2009: AZ / TZ / Seite:1

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